Governance Tools

{ GRI 102-18 }

Alperia nutzt verschiedene Geschäftsführungsinstrumente, um die ordnungsgemäße Führung sowohl der internen als auch der externen Tätigkeiten zu gewährleisten. Einige dieser Instrumente sind eine direkte Reaktion auf die Vorgaben der gesamtstaatlichen gesetzlichen Bestimmungen und ermöglichen die spezifische Prüfung der Tätigkeiten. Andere wurden dagegen willentlich von der Gruppe implementiert, um Loyalität, Transparenz und Fairness zu stärken.

Risikomanagement

RisikoManagementmethode
Risiko in Bezug auf die nicht erfolgte Überwachung der Prozesse und Tätigkeiten, die durch die Korruption zwischen Privatpersonen und bei den Beziehungen zur öffentlichen Verwaltung sowie zu nahestehenden Unternehmen und Personen gefährdet sind.Wir möchten das Phänomen der aktiven und passiven Bestechung von Privatpersonen und Interessenkonflikte bei den Beziehungen zur öffentlichen Verwaltung auf ein Mindestmaß reduzieren. Dafür setzen wir das Organisations-, Verwaltungs- und Kontrollmodell gemäß Gv.D. 231/01 (aktive Korruption) um, haben das Whistleblowing-Verfahren implementiert und folgen einem strikten Ethikkodex.

Organisations-, Verwaltungs- und Kontrollmodell gemäß Gv.D. 231/01 

Das Organisations-, Verwaltungs- und Kontrollmodell gemäß Gv.D. 231/01 (Modell 231) ist die Gesamtheit der Regelungen und Organisationsverfahren zur Vermeidung von Gesetzesverletzungen gemäß Gv.D. 231/01. Die Umsetzung dieses Modells stellt eine Handlung im Rahmen der Sozialverantwortung seitens der Gesellschaft dar und dient dazu, eine Unternehmenskultur zu festigen und zu verbreiten, die auf Legalität und die Kontrolle aller Entscheidungs- und Betriebstätigkeiten ausgerichtet ist, im vollen Bewusstsein der durch die Begehung von Straftaten entstehenden Risiken. 

Die Muttergesellschaft Alperia AG hat die vollständige aktualisierte Fassung ihres Modells 231 Ende 2018 verabschiedet. 2019 wurden dagegen infolge der zahlreichen organisatorischen und gesellschaftlichen Änderungen der Gruppe Organigramme und die Modelle 231 zahlreicher Gruppengesellschaften überarbeitet. Am 1. Jänner 2019 trat die Spaltung von Alperia Energy GmbH mit der Übertragung des Betriebsteils Risk & Energy Management auf die im September 2018 gegründete Alperia Trading GmbH in Kraft. Alperia Trading beschäftigt sich mit dem Vertrieb der Stromproduktion der Gruppe und der Verwaltung des Energiehandels. Sie setzt daher ein eigenes Modell 231 um und besitzt ein eigenes Aufsichtsorgan, welches die Aufgabe hat, die Effizienz, Einhaltung und Aktualisierung des Modells 231 zu überwachen. Dieses Organs ist mit allen betriebsinternen Bereichen in Kontakt, und alle Adressaten des Modells 231 sind verpflichtet, dem Aufsichtsorgan – auch anonym – konkrete oder vermeintliche Straftaten im Sinne des Gv.D. 231/01 und/oder Verstöße gemäß dem Modell 231 mitzuteilen. 

Zwischen dem 22. und 28. November 2019 wurden die Modelle 231 von Alperia Bartucci AG, Alperia Ecoplus GmbH, Biopower Sardegna S.r.l. und Alperia Smart Services GmbH verabschiedet. Alperia Bartucci AG wie auch Alperia Trading GmbH, Edyna GmbH und die Gruppe Green Power S.p.A. richteten ihr eigenes Aufsichtsorgan ein, während bei Alperia Smart Service GmbH, Biopower Sardegna S.r.l. und Alperia Ecoplus GmbH diese Aufgaben weiterhin von den zuvor bestellten Aufsichtsorganen wahrgenommen werden. Alle Modelle stehen in deutscher und italienischer Sprache auf der Website der Gruppe (www.alperiagroup.eu) und im Intranet zur Verfügung. Um den Mitarbeitern den Wert des Modells 231 bewusster zu machen, wurden für jeden Unternehmensbereich spezifische E-Learning-Schulungen organisiert. 2019 sind bei Alperia AG weder Verstöße gegen das Modell 231 noch relevante Ereignisse gemäß Gv.D. 231/01 vorgefallen.

Das Modell 231 von Alperia AG und die Modelle 231 der einzelnen Gruppengesellschaften stellen das wichtigste Instrument zur Prävention der Korruption im öffentlichen und privaten Bereich, des Betrugs gegenüber dem Staat und der öffentlichen Verwaltung sowie der Straftaten betreffend Erpressung im Amt und widerrechtliche Anstiftung dar. Zu diesen Instrumenten kommen weitere Maßnahmen wie der Ethikkodex der Gruppe, der Disziplinarkodex und die Golden Rules. 

Ethikkodex 

Die Einhaltung der Gesetze und die Bekämpfung von Korruption sind im Ethikkodex der Gruppe klar definiert und werden durch die mittels der Betriebsabläufe festgelegten und verbreiteten Praktiken und Vorgehensweisen konkret umgesetzt. 

Der Ethikkodex ist ein wesentlicher Bestandteil des Organisations-, Verwaltungs- und Kontrollmodells gemäß Gv.D. 231/01 und enthält die Werte, Grundsätze und Regeln, nach denen sich die Verhaltensweisen und Tätigkeiten der Gruppe richten. Diese Vorschriften wenden sich ausnahmslos an die Verwalter und Mitarbeiter der Gesellschaft. Auch all jene Personen, die in irgendeiner Hinsicht mit der Alperia Gruppe und ihren Gesellschaften kooperieren, sind verpflichtet, sich im Einklang mit diesen Grundsätzen zu verhalten, wobei die Wahrung der religiösen, kulturellen und sozialen Besonderheiten des Einzelnen vorbehalten ist. 

Die im Ethikkodex enthaltenen Bestimmungen definieren das Verhalten, zu dem das betriebsinterne Personal verpflichtet ist, auch im Einklang mit den Regeln der ordentlichen Sorgfalt, an welche sich die Arbeitnehmer zu halten haben und die von den arbeitsrechtlichen Vorschriften geregelt sind. Der Ethikkodex ist verbindlich für das gesamte Personal der Alperia Gruppe bzw. für alle, die in irgendeiner Hinsicht und unabhängig von der Art ihres Vertragsverhältnisses dazu beitragen, dass die betrieblichen Ziele und Zwecke erreicht werden. Unter keinen Umständen darf das Erreichen des Interesses der Alperia Gruppe als Rechtfertigung für ein gegen den Ethikkodex und die geltenden gesetzlichen Bestimmungen verstoßendes Verhalten herangezogen werden. 

Die für die Überwachung der Anwendung des Ethikkodex zuständige Stelle ist das Aufsichtsorgan von Alperia AG. Dieses wurde gemäß den Vorgaben des Modells 231 und der damit verbundenen Rechtsvorschriften eingerichtet. Es spricht sich mit den Aufsichtsorganen, die bei jeder Gruppengesellschaft eingerichtet sind, sowie den Betriebsbereichen, die für die korrekte Umsetzung und angemessene Kontrolle der im Ethikkodex enthaltenen Grundsätze zuständig sind, ab. Der Ethikkodex ist im Intranet-Portal des Unternehmens und auf der institutionellen Alperia-Website (www.alperiagroup.eu) einsehbar. 

Disziplinarkodex und Golden Rules 

Ziel des Disziplinarkodex ist die Festlegung von Disziplinarstrafen, die bei Verfehlungen zu verhängen sind, welche von Mitarbeitern der Gesellschaften der Alperia Gruppe begangen wurden. Die Mitarbeiter dürfen demnach ihre Position weder ausnutzen (weder in noch außerhalb der Arbeitszeiten), um für Konkurrenzunternehmen tätig zu werden oder Handlungen zu setzen, die nicht mit unserem Unternehmen vereinbar sind (dies gilt v. a. bei Gewinnerzielungsabsichten), noch Geschenke oder Vergütungen jedweder Art annehmen. Zur Stärkung der Werte und der Vision der Gruppe wurden zudem 10 Golden Rules erstellt, die an jedem Standort des Unternehmens aushängen und deren Ziel es ist, ein positives und durch Gleichbehandlung geprägtes Umfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter verantwortungsvoll und gemäß ihren individuellen Fähigkeiten ihren Beitrag leisten können. Beide Dokumente können auf der Intranetseite der Gruppe in deutscher und italienischer Sprache eingesehen werden. 

Whistleblowing 

Das Whistleblowing-Verfahren wurde 2018 eingeführt und bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, etwaige Risikosituationen (Betrug, Straftaten, Vergehen, Ordnungswidrigkeiten oder Regelverstöße seitens betriebsinterner Personen) umgehend zu melden. Dieses Verfahren ist nun Pflicht für alle Unternehmen, die das Organisationsmodell 231 umsetzen, und wurde somit auch von Alperia implementiert: Dazu wurde die Incloud-Plattform e-Whistle eingerichtet, auf der vertrauliche Meldungen gemacht werden können. 2019 sind beim Aufsichtsorgan keine Meldungen über diesen Kanal eingegangen. 

Der Fall Gruppo Green Power 

2019 erwarb Alperia den Mehrheitsanteil an der Gruppo Green Power S.p.A., Muttergesellschaft einer Gruppe, die im Bereich Vertrieb von Dienstleistungen und Produkten für die Steigerung der Energieeffizienz von Privathaushalten und KMU tätig ist. Infolge einer von Canale 5 ausgestrahlten Reportage, in welcher das korrekte Wirken der Gruppe GGP vor dem Kauf durch Alperia in Zweifel gezogen wurde, leitete Letztere sofort Maßnahmen ein und erteilte einer namhaften Prüfungsgesellschaft den Auftrag, ein spezifisches Audit durchzuführen. Nach Abschluss dieser Tätigkeit hat die Gruppe GGP ihre kritischen Positionen ordnungsgemäß angepasst. In den vergangenen Monaten definierte Alperia einige Management- und Vertragsaspekte der Vertriebstätigkeit der Gesellschaften der GGP-Gruppe neu und leitet nun die Neudefinition des Industrieplans dieser Gruppe ein, wobei den Geschäftsbedürfnissen nach den Grundsätzen der Rechtmäßigkeit und Transparenz, die seit jeher das Wirken von Alperia prägen, Rechnung getragen wird. 

Der Fall PVB Power Bulgaria 

Im Lauf einiger Pressekonferenzen, die in Sofia und Bozen stattfanden, erhob ein bulgarischer Unternehmer den Vorwurf, dass der damalige Exekutivdirektor der Gesellschaft PVB Power Bulgaria und deren Tochtergesellschaft Vez Svoghe, die Eigentümer von 5 Wasserkraftwerken in Bulgarien ist, Regelverstöße begangen haben soll.

Er unterstellte den Gesellschaftern von PVB Power Bulgaria – Alperia, Dolomiti Energia Holding und Finest – eine Beteiligung an diesen mutmaßlichen ordnungswidrigen Vorgängen. Die Gesellschafter fochten die Vorwürfe des bulgarischen Unternehmers (der soeben Minderheitsgesellschafter von PVB Power GmbH geworden war) an und wiesen im Übrigen darauf hin, im Falle illegaler Tätigkeiten die verletzte Partei zu sein.

Sobald die drei Gesellschaften von diesen mutmaßlichen Regelverstößen erfuhren, beauftragten sie eine externe Risikomanagementgesellschaft mit der Durchführung einer diesbezüglichen Analyse. 

Es wird darauf hingewiesen, dass das Verfahren zum Verkauf der Anteile der drei Gesellschaften an PVB Power Bulgaria in Gang ist und der betreffende Unternehmer seinen Willen geäußert hatte, diese zu erwerben. Sein Angebot, das als völlig unangemessen erachtet wurde, wurde jedoch nicht angenommen. Die drei Gesellschaften beschlossen, weitere mögliche Käufer in einem Verfahren auszuwählen.