RISIKEN UND CHANCEN

{ GRI 102-11, 102-15 }

Risikoüberwachung, -lenkung und -kontrolle

Bereits 2016, im ersten Jahr seiner Tätigkeit, entwickelte Alperia ein System zum Management der Betriebsrisiken, mit dem Ziel, dieses als wesentlichen und systematischen Bestandteil in die Entscheidungsprozesse einzubinden. 2019 nahm Alperia die nicht finanziellen Risiken auf Gruppenebene in Bezug auf den im Nachhaltigkeitsbericht vorgesehenen Aktionsbereich (Mitarbeiter, Green Mission, Territorium, Kunden, Entwicklung und Innovation) und die identifizierten Ziele in seine Bewertungen auf. Jedes Risiko wurde nach Typ klassifiziert (Compliance, Operation, Strategic und Financial) nach Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Dank der Umsetzung der von der Gruppe beschlossenen Schutzmaßnahmen wurden die meisten der größten Risiken in Bezug auf ihre Auswirkungen oder Eintrittswahrscheinlichkeit gemindert. Im Folgenden sind die drei größten nicht finanziellen Risiken aufgeführt:

  • Überalterung der Arbeitskräfte: Dieses Thema gehen die Gruppe und die HR-Abteilung bereits mit der Definition eines Nachfolge- und Talententwicklungsplans an.
  • Potenzierung der Elektromobilität: Was dieses Thema betrifft, werden infolge der Gründung der Gesellschaft Neogy GmbH mit Dolomiti Energia die Ziele durch eine mögliche Zusammenarbeit mit einem wichtigen nationalen Wirtschaftsteilnehmer überarbeitet, um ein weitreichendes Projekt im Sektor der Elektromobilität zu entwickeln.
  • Einbindung von Stakeholdern in Fragen der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit: In diesem Bereich verstärkt Alperia seine Bemühungen durch die Implementierung eines Reputationsrisikomanagements. Die Reputation gewinnt für Aperia zunehmend an Bedeutung, was auch für die Einbindung der Stakeholder gilt, zu denen wir die Beziehungen stärken und eine proaktivere Kommunikation aufbauen möchten.

2020 führte Alperia die neue Stelle des Enterprise Risk Manager ein, dessen Hauptaufgabe es ist, das Management sowohl finanzieller als auch nicht finanzieller Risiken zu implementieren und zu entwickeln. Nach einer ersten Bewertung der bereits entwickelten Tätigkeiten wurde, basierend auf dem COSO Framework und der Norm ISO-31000, die ERM Governance definiert. Diesem Prozess liegt der Grundsatz „Business Inclusion“ zugrunde, der in erster Linie mittels regelmäßiger Befragungen durch das ERM umgesetzt wird. Darüber hinaus wurde eine spezielle ERM-Software implementiert, die sich ebenfalls auf die Norm ISO 31000 bezieht. Dieses System ermöglicht das komplette Management eines Risikos: von der Identifizierung über die Bewertung bis hin zur Minderung und Berichterstattung. Zur Überwachung der Unternehmensrisiken wurde daher ein System der periodischen Berichterstattung an das Topmanagement eingeführt. Das Enterprise Risk Management wird sowohl auf Gruppenebene als auch auf der Ebene der Business Units durchgeführt. 2021 beabsichtigt Alperia, eine spezielle Risk Policy für die Alperia Gruppe zu entwickeln.

RISIKOTYP

STRATEGIC

Risiken in Verbindung mit den Unternehmensstrategien auf höchster Ebene, die das Topmanagement vorwegzunehmen und zu lenken versuchen muss (Änderungen des Geschäftsbetriebs, Kontextänderungen, Entwicklung von Geschäftsbetrieb und Gesellschaftsstruktur, Nachhaltigkeitspläne).

OPERATIONAL

Risiken in Verbindung mit der zugehörigen Branche, der Betriebstätigkeit, dem Organisationssystem, den Informationssystemen, den Controlling- und Reportingprozessen

COMPLIANCE

Risiken in Verbindung mit der Missachtung gesetzlicher und regulatorischer Bestimmungen, die für die Unternehmenstätigkeit gelten.

FINANCIAL

Risiken in Verbindung mit der Finanzverwaltung der Gruppe

Für jede dieser Kategorien hat Alperia begonnen, gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten: Hinsichtlich des Reputationsrisikos startete Alperia 2021 ein Projekt zum Thema Stakeholdermanagement. Die IT-Sicherheit steht im Fokus des Datenschutzbeauftragten (DSB) und des Sicherheitsberaters. Was dagegen den Klimawandel betrifft, setzt sich Alperia dafür ein, die negativen Auswirkungen seiner Tätigkeiten zunehmend zu reduzieren und seinen Geschäftsbetrieb zu diversifizieren und nachhaltige Dienstleistungen und Produkte in den Mittelpunkt zu stellen. Wie bereits auf den vorherigen Seiten erwähnt, wäre ein weiterer Temperaturanstieg dramatisch. Aus diesem Grund ist es oberstes Gebot, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Dieses Ziel kann dem Emission Gap Report der Vereinten Nationen zufolge nur erreicht werden, wenn die CO2-Emissionen bis 2030 um 7,6 % pro Jahr reduziert werden.

Auch die sich immer weiter ausbreitende Computerkriminalität ist ein großes Problem. Angriffe auf kritische Infrastrukturen nahmen um 85 % zu, und es wird geschätzt, dass 2021 die Schäden durch Computerkriminalität 6 Trio. Dollar erreichen, mit einem enormen Ausmaß der den Behörden, Unternehmen und einzelnen Bürgern zugefügten Schäden. Deshalb ist es entscheidend, optimale Schutzsysteme einzurichten.

Und nicht nur das: 2020 musste ein Umgang mit dem mit dem Auftreten der Pandemie verbundenen Risiko gefunden werden. Covid-19 beeinflusste die Alperia-Welt auf zweierlei Arten: in finanzieller Sicht, da ein Verbrauchsrückgang in Verbindung mit einer Reduzierung des Energiepreises zu verzeichnen war, und in HSE-Sicht, wobei die entsprechenden Risiken allesamt vom Emergency Board gelenkt und eingedämmt wurden. Das Komitee traf sich regelmäßig und gab alle Maßnahmen auf Gruppenebene bekannt (Kauf von Schutzausrüstungen, Aktivierung des Homeoffice und Beschaffung der notwendigen Hardware, Begrenzung der Anwesenheit von Arbeitskräften an den Standorten, Einschränkungen von Store und Frontoffice). Abgesehen von den gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen wurden auch zusätzliche Maßnahmen eingeführt. Die ergriffenen Maßnahmen wurden einem Audit seitens der Zertifizierungsstelle IMQ unterzogen, nach dessen Abschluss für jede Organisation ein Zertifikat ausgestellt wurde.

Eine Beschreibung der ESG-Risiken und deren jeweiliger Managementmethode findet sich am Ende des Berichts.

Strategisches Ziel: Wir streben ein proaktives Beschwerdemanagement an, um Reputations- und Betriebsrisiken zu vermeiden.

Operative Ziele2020 durchgeführte MaßnahmenGeplante Maßnahmen(Neue) FristenKPIZielwertWert Jahr 2020Status
Einführung eines einheitlichen Beschwerdemanagementsystems für die gesamte Gruppe* Start des Projekts „Stakeholder Management and Reputational Risk Management“ zur Schaffung eines strukturierten Prozesses für das Management von Stakeholdern und Reputationsrisiken* Einführung eines einheitlichen Beschwerdemanagementsystems für die gesamte Gruppe (z. B. für Standort- und Anrainergemeinden) mit deutlich festgelegten Abläufen und Verantwortungen2018–2021---Laufend

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, unsere Nachhaltigkeitsrisiken zu identifizieren und aktiv zu lenken.

Operative Ziele2020 durchgeführte MaßnahmenGeplante Maßnahmen(Neue) FristenKPIZielwertWert Jahr 2020Status
Durchführung einer strukturierten Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeitsrisiken, gefolgt von der Überwachung und Lenkung der Risiken im Rahmen der Nachhaltigkeit und des Risikomanagements* Definition des operationellen Rahmenwerks für das Enterprise Risk Management (Überwachungsprozess und regelmäßige Berichterstattung für das Risikomanagement der Alperia Gruppe), Implementierung eines zentralen Risikomanagement-Tools mit Identifizierung und Bewertung nicht finanzieller Risiken* Einrichtung eines integrierten und regelmäßigen Überwachungs- und Berichterstattungsprozesses für das Risikomanagement auf Gruppenebene* Eingehende Analyse von Reputations-, Klima- und IT-Risiko2024---Laufend