Umgang mit Risiken und Chancen

Bereits im ersten Tätigkeitsjahr 2016 entwickelte Alperia ein System zum Management der Betriebsrisiken, mit dem Ziel, dieses als wesentlichen und systematischen Bestandteil in die Entscheidungsprozesse einzubinden.

Die Gruppe ist durch zwei Hauptrisiken gefährdet: die Volatilität des Energiepreises, aufgrund derer ein Ad-hoc-Absicherungssystem erarbeitet wurde, und die Volatilität der Produktion, da diese vor allem mit der Wasserkraft in Verbindung steht und daher von Wetterlage und Niederschlagsmenge beeinflusst wird. Dazu gesellen sich die normativen Risiken, da der Energiesektor in Italien einer starken Reglementierung unterworfen ist. All diese Risiken erfordern eine kontinuierliche Überwachung seitens des Bereichs Enterprise Risk Management sowie anderer Abteilungen.

*Environmental, Social, Governance

ESG* risk types

Strategic
Financial
Operational
Compliance
Risiken in Verbindung mit den Unternehmensstrategien auf höchster Ebene, die das Topmanagement vorwegzunehmen und zu lenken versuchen muss (Änderungen des Geschäftsbetriebs, Kontextänderungen, Entwicklung von Geschäftsbetrieb und Gesellschaftsstruktur, Nachhaltigkeitspläne).
Risiken in Verbindung mit der Finanzverwaltung der Gruppe.
Risiken in Verbindung mit der zugehörigen Branche, der Betriebstätigkeit, dem Organisationssystem, den Informationssystemen, den Controlling- und Reportingprozessen.
Risiken in Verbindung mit der Missachtung gesetzlicher und regulatorischer Bestimmungen, die für die Unternehmenstätigkeit gelten.

Zusätzlich zur Erhebung der finanziellen und anlagenspezifischen Risiken entwickelte Alperia 2019 ein Projekt zur Erhebung und Bewertung der nicht finanziellen Gruppenrisiken (mit Ausnahme der Reputationsrisiken). Dieser Prozess führte zur Identifizierung von 58 Risiken und der Schaffung eines entsprechenden Rahmenwerks. Die nicht finanziellen Risiken (ESG) wurden in Bezug auf den im Nachhaltigkeitsplan vorgesehenen Aktionsbereich (Territorium, Green Mission, Kunden, Team, Entwicklung und Innovation) sowie auf die identifizierten Ziele bewertet. Jedes nach Art eingestufte Risiko (Compliance, Operational, Strategic) wurde im Hinblick auf seine Auswirkungen (unerheblich, geringfügig, mäßig, schwerwiegend, kritisch) und seine Auftrittswahrscheinlichkeit (unwahrscheinlich, wenig wahrscheinlich, mittel wahrscheinlich, wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich) bewertet. Anschließend wurden die Stufen der inhärenten Risiken (d. h. solcher ohne Minderung) und der Restrisiken (d. h. das Risikoniveau, das nach der Einführung von Maßnahmen zur Reduzierung von Auswirkung und Wahrscheinlichkeit des Eintretens des Ereignisses verbleibt) identifiziert. Für jedes inhärente Risiko wurde die Angemessenheit des Schutzes bewertet: niedrig, mittel, mittel bis hoch und hoch. 

Aus der Studie hat sich ergeben, dass 47 von 58 Risiken als mittel und sehr wahrscheinlich mit mäßigen bis kritischen Auswirkungen eingestuft werden können. Die Hälfte dieser Risiken wurde als „erheblich“ klassifiziert. Es handelt sich um Risiken, die bereits identifiziert und in den Nachhaltigkeitsplan 2017–2021 aufgenommen wurden und für die somit bereits entsprechende Lenkungs- und Minderungsmaßnahmen vorgesehen sind. Dank der Einführung der von der Gruppe angewandten Schutzmaßnahmen konnten die meisten hohen oder erheblichen inhärenten Risiken zu mittleren oder geringen relativen Risiken herabgestuft werden. Nach der durchgeführten Analyse verblieben 3 wichtige Risiken für Alperia:

  • Überalterung der Arbeitskräfte: Dieses Thema nehmen die Gruppe und die Abteilung Human Resources mit einem angemessenen Plan für die Nachfolge und Talententwicklung in Angriff.
  • Potenzierung der Elektromobilität: Infolge der Gründung der neuen Gesellschaft Neogy GmbH werden die Zielsetzungen dieses Themas mit Dolomiti Energia S.p.A. überarbeitet, da sie nicht mehr mittels des Alperia-Nachhaltigkeitsplans gelenkt werden können.
  • Einbindung der Stakeholder zu Nachhaltigkeitsthemen: In diesem Bereich verstärkt Alperia seine Bemühungen.

Alperia hat es sich auch zum Ziel gesetzt, ein Reporting-System an das Topmanagement zu definieren, sodass die Überwachung der Betriebsrisiken auch durch die Identifizierung entsprechender Kennzahlen gefördert wird. Diese Detailanalyse wird auch auf die anderen Gruppengesellschaften erweitert, sodass Nachhaltigkeit als strukturierte und integrierte Vision betrachtet werden kann. Weitergeführt wird schließlich die strukturierte Analyse der HSE-Risiken (Health, Safety & Environment), die 2018 für die Alperia Greenpower GmbH eingeleitet worden war, mit besonderem Bezug auf die Top-ESGs (Environmental, Social, Governance). 

Zum Schluss wird darauf hingewiesen, dass Alperia zur ERM-Arbeitsgruppe des Verbands CSR Manager Network gehört, die ins Leben gerufen wurde, um dem immer größer werdenden Bedürfnis der Unternehmen, Risiken mittels eines integrierten Ansatzes zu lenken, gerecht zu werden. Dafür ist es das Ziel der ERM-Arbeitsgruppe, Erfahrungen und Best Practices im Bereich Nachhaltigkeit zu teilen, Leitlinien und Methoden zur Lenkung der Risiken in Verbindung mit den ESG-Themen zu definieren und diese Leitlinien zu testen.

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, unsere Nachhaltigkeitsrisiken zu identifizieren und aktiv zu lenken.

Operative Ziele2019 durchgeführte Maßnahmen2019 geplante
Maßnahmen
(Neue) FristenKPIZielwertWert 2019
Durchführung einer strukturierten Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeitsrisiken, gefolgt von der Überwachung und Lenkung der Risiken im Rahmen der Nachhaltigkeit und des RisikomanagementsBewertung der Nachhaltigkeitsrisiken: Top-ESG-Risiken (Environmental, Social, Governance) für die Alperia Gruppe und Analyse der Risiken Environment, Health & Safety (EHS) für Alperia Greenpower
  • Einrichtung eines integrierten und regelmäßigen Überwachungs- und Berichterstattungsprozesses für die Lenkung der Risiken auf Gruppenebene
  • eingehende Analyse des Reputationsrisikos, des Klimarisikos und des Cyber-Risikos
2023
(laufend)
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