Highlights 2020

Geschäftsbetrieb

2020 verabschiedeten wir „One Vision“, den Strategieplan, der die Alperia Gruppe bis 2024 begleiten wird und Nachhaltigkeitsziele mit einem signifikanten Wachstum aller Business Units vereint. Der Plan ist auf die Zukunft ausgerichtet, indem er sich auf die Zentralität des Kunden, regionale Zusammenschlüsse und die Energiewende konzentriert, und sieht Investitionen in Höhe von 1,7 Mrd. Euro vor.
Das Jahr 2020 war auch von mehreren Unternehmenstransaktionen geprägt. Mit Blick auf das wichtige Ziel der Verlängerung der Konzessionen für Wasserkraftwerke erwarb Alperia die Hydrodata AG – ein führendes technisches Beratungsunternehmen, das auf Wassermanagement spezialisiert ist – und gründete mit ihr ein Joint Venture namens Alperia Innoveering GmbH.
Zudem veräußerten wir unsere Beteiligungen an der Selsolar Rimini GmbH und der Selsolar Monte San Giusto GmbH.
Wir unterzeichneten verbindliche Verträge über den Verkauf der Beteiligungen an PVB Power Bulgaria AD und Ottana Solar Power GmbH und verkauften den Betriebsteil „Telekommunikation“ von Alperia Fiber GmbH an Infranet AG.
Nach dem Erwerb der Mehrheit an der Gruppe Green Power GmbH im Jahr 2019 führte Alperia schließlich eine Reihe von Rationalisierungsmaßnahmen durch, die den Kauf des gesamten Gesellschaftskapitals, das Delisting des Unternehmens von der italienischen Börse und die Eingliederung seiner Beteiligungen umfassten, die bis Ende Jänner 2021 von vier auf eine (Bluepower Connection GmbH) reduziert wurden.

STRATEGIE UND GOVERNANCE

Wir haben 70 % der im Nachhaltigkeitsplan 2017–2021 für 2020 festgelegten Ziele erreicht und die SDGs der Vereinten Nationen in den neuen Strategieplan 2020–2024 integriert. 80 % der im Plan vorgesehenen Investitionen werden dem Erreichen von zehn Nachhaltigkeitszielen zugeführt. Nachhaltigkeit wird daher zunehmend in das Risikomanagement, die Definition von Richtlinien und Verfahren, Berichterstattung und Performance integriert und durch die Stärkung der Unternehmenskultur gefördert. Mit dem Ziel, alle Alperia-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in die Verfolgung dieser Ziele mit einzubeziehen, haben wir ihre Leistungsprämien und das Management by Objectives (MBO) des Topmanagements des Unternehmens mit der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen verknüpft.

Massinahmen zur Bekämpfung von COVID-19

Für den Umgang mit dem Covid-19-Risiko haben wir ein Emergency Board eingerichtet, das während der kritischsten Phase der Gesundheitskrise täglich und danach einmal wöchentlich zusammentrat. Neben der Umsetzung der Rechtsvorschriften auf gesamtstaatlicher und Landesebene hat Alperia zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen und in diesem Rahmen die Schichten der vor Ort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so organisiert, dass jede Art von Austausch zwischen Gruppen vermieden wird, feste Teams beibehalten werden und Infektionen so leichter nachzuvollziehen sind. Zusätzlich wird die Desinfektion der Arbeitsplätze zwischen den einzelnen Schichten gefördert. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Bürotätigkeiten betraut sind, wurden ins Homeoffice geschickt, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in deren Familie ein positiver Fall aufgetreten war, wurde die Möglichkeit geboten, vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz einen Schnelltest auf Kosten von Alperia durchzuführen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden zu einer obligatorischen Online-Schulung mit abschließendem Test eingeladen, bei der Verhaltensweisen aufgezeigt wurden, die zur Verhinderung der Ausbreitung von Infektionen beitragen. Neben der Ausstattung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schutzmasken haben wir auch spezielle Entsorgungssysteme an unseren Standorten eingeführt und damit das Bewusstsein für ökologische Nachhaltigkeit geschärft. Alle vom Emergency Board getroffenen Entscheidungen wurden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das Intranet myAlperia und mittels gezielter Kommunikationsmaßnahmen mitgeteilt. Unsere Maßnahmen haben sich als wirksam erwiesen, denn in keinem der Unternehmen der Gruppe ist es zu Massenausbrüchen gekommen. Zur weiteren Absicherung hat sich Alperia zudem um den Erwerb des Zertifikats CSQ COVID-19 Restriction von IMQ bemüht. Dieses Instrument dient dazu, mittels Stichproben-Audits die Umsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung der Verbreitung von Covid-19 am Arbeitsplatz zu überwachen.

Mitarbeiterinnen Und Mitarbeiter

2020 war ein außergewöhnliches Jahr für das Personalmanagement: Wir haben nicht nur Aspekte des Personalmanagements in den Industrieplan aufgenommen, sondern aufgrund der aufgetretenen Pandemie auch 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rekordzeit ins Homeoffice geschickt. Eine Arbeitsform, die laut den Ergebnissen einer Zufriedenheitsumfrage, die wir im Lauf des Jahres durchgeführt haben, sehr positiv bewertet wurde. Für diejenigen, die das Homeoffice nicht nutzen konnten, haben wir Sonderschichten organisiert, um maximale Sicherheit bei der Arbeit zu garantieren. Bei denjenigen, die gezwungen waren, die Lohnausgleichskasse in Anspruch zu nehmen, hat Alperia die Vergütung ergänzt, damit die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 100 % ihrer Entlohnung erreichen konnten. Wir haben die Pläne zur Karriereentwicklung weiter vorangebracht und begonnen, das Verfahren zur Identifizierung der Nachwuchskräfte gemäß dem Nachfolgeplan einzuleiten. Wir haben 21.268 Stunden Online-Schulungen durchgeführt, unsere Maßnahmen zur Förderung von Führungskräften fortgesetzt und dabei gezielt auf die Förderung weiblicher Talente geachtet. Schließlich ist gemäß den Vorgaben im Industrieplan 2020–2024 die Einführung einer Diversity Policy und einer/eines Diversity Managerin/Managers geplant.

Versorgungssicherheit

Die Überwachung und Instandhaltung der Infrastrukturen ist der Schlüssel zu einer modernen, effizienten und sicheren Energieversorgung. Deshalb haben wir 2020 127 Mio. Euro in die Modernisierung unserer Anlagen investiert. Darüber hinaus sind der Klimawandel und die Zunahme von extremen Wetterereignissen neue Herausforderungen, denen sich Alperia stellen muss. Um die Sicherheit unserer Anlagen, die Belastbarkeit unserer Netze und die Versorgungssicherheit auch in diesen Notsituationen zu gewährleisten, haben wir 2020 mit Edyna einen allgemeinen Stromausfall simuliert, der auch bei der Bewältigung der Rekordschneefälle zum Jahresende sehr hilfreich war. Viele Freileitungen wurden schwer beschädigt und über 2.000 Abnehmerinnen und Abnehmer hatten keinen Strom. Insbesondere im Pustertal konnte dank des Alperia-Greenpower-Kraftwerks in Bruneck ein Stromausfall für Zehntausende von Abnehmerinnen und Abnehmer verhindert werden. Der Schaden an den TERNA-Hochspannungsleitungen führte zu einem Strommangel in den Umspannwerken Bruneck und Toblach. Dank der beiden Kraftwerke konnte jedoch ein Blackout vermieden werden.

Ökonomischer Mehrwert

2020 erzeugten wir für Südtirol einen Mehrwert von über 257 Mio. Euro durch Zahlungen an Behörden, Vergütungen und Zulagen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Aufträge an lokale Unternehmen (die einen Anteil von 58 % erreichten), Sponsoring, Spenden und Dividendenzahlungen an örtliche Gesellschafter. Darüber hinaus unterstützten wir das Territorium in Bezug auf Covid-19, indem wir wichtige Maßnahmen im Rahmen der Sozialverantwortung und Moratorien für Zahlungen in bestimmten Kategorien einleiteten. Unser Ziel ist es, auch dank der Investitionen der vergangenen Jahre, bis 2021 eine Wertschöpfung von 1,2 Mrd. Euro zu generieren.

Nachhaltige produkte und dienstleistungen

Der Umsatz, den Alperia 2020 durch nachhaltige Produkte und Dienstleistungen erwirtschaftete, belief sich auf 46 %. Diese Zahl möchten wir steigern, indem wir vermehrt in folgende Bereiche investieren: Green Gas, Green Energy, Fernwärme, Energieeffizienz und Elektromobilität. In den kommenden Jahren steht besonders die Steigerung der Energieeffizienz im Mittelpunkt, die wir im Rahmen des Superbonus dank des Know-hows von Alperia Bartucci und der Gruppe Green Power erreichen werden. Für den Südtiroler Markt haben wir in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk lokaler Handwerksbetriebe ARO sowie dem Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister lvh.apa maßgeschneiderte Lösungen entwickelt. Der „One Vision“-Industrieplan konzentriert sich stark auf den Superbonus, mit geplanten Investitionen von rund 500 Mio. Euro.

Kundenzufriedenheit

Im Jahr 2020 belieferten wir 340.844 Kundinnen und Kunden mit Strom, Erdgas und Fernwärme und bearbeiteten 99 % der bei uns eingegangenen Beschwerden zeitnah. Zudem haben wir unser Callcenter durch die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestärkt, um die hohe Anzahl von aufgrund von Covid-19 eingegangenen Anrufen beantworten zu können, und haben es in Salesforce integriert. Für eine noch engmaschigere Tätigkeit gingen wir eine wichtige geschäftliche Partnerschaft mit der Sparkasse ein, mit der wir einen neuen Energy Point im Veneto (in Vicenza) eröffneten. Dieser gesellt sich zu den anderen drei Energy Corners, die bereits in Einkaufszentren in Venedig, Padua und Treviso eröffnet wurden. Unsere Bemühungen um eine seriöse, zuverlässige und transparente Kundennähe wurden auch von Altroconsumo, dem größten italienischen Verbraucherschutzverband, gewürdigt, der Alperia als besten Stromanbieter Italiens empfahl. Zudem wurden wir beim International Charge Energy Branding Award 2020 zur besten „Green Brand“ der Welt gekürt und übertrafen dabei konkurrierende Energieunternehmen aus den Vereinigten Staaten, Norwegen und Deutschland.

Emissionen

2020 haben wir 2.162 kt CO2-Äquivalente vermieden. Dies erreichten wir durch eine Reihe von Maßnahmen, die zur Reduzierung unserer CO2-Bilanz beitragen: Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz unserer Standorte, den Anschluss des Edyna-Standorts an die Fernwärme, die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen, die Förderung nachhaltiger Mobilität durch die Erhöhung der Anzahl von Elektroautos im Unternehmen, die Ausstattung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit E-Bikes für Fahrten zwischen den Standorten der Gruppe und die Kompensation des Drucks unserer Publikationen. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2024 klimaneutral zu werden und dafür zusätzlich mehr als 303 kt CO2-Äquivalente einzusparen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir die Menge der Emissionen, die wir erzeugen, zunehmend effizienter planen, gezielte Maßnahmen durchführen (z. B. die Umrüstung bestehender Anlagen auf Biomasse) und die restlichen Emissionen durch spezifische Klimaschutzprogramme kompensieren. Im Lauf des Jahrs 2020 haben wir den Prozess zur Überwachung und Berichterstattung für unsere Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen weiter gestrafft und rationalisiert.

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2020 haben wir etwa 2 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Diesem Thema kommt auch in unserem neuen Industrieplan eine zentrale Rolle zu: Insgesamt planen wir, mehr als 680 Mio. Euro in Innovation, Digitalisierung und die Geschäftsentwicklung aller Business Units der Gruppe zu investieren. Insbesondere im Forschungs- und Entwicklungsbereich werden die Investitionen durch einen neuen Betriebsablauf gesteuert, mit dem wir das Management von Innovationsprojekten vereinheitlichen und stärken möchten, indem wir eine Reihe von Standardanalysen zur Bewertung von deren Effektivität einführen. 2020 führten wir die Alperia-Startup-Factory-Siegerprojekte weiter und lancierten zusätzlich eine neue Ausgabe dieser Initiative. Zudem konzipierten wir den neuen Wettbewerb „INNOVATE!“, der auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezieht. Darüber hinaus haben wir beschlossen, uns mit einem Tool auszustatten, mit dem wir die wichtigsten Innovationstrends in unseren Interessenbereichen verfolgen können, um so schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Digitalisierung

Für Alperia ist der Prozess der digitalen Transformation von grundlegender Bedeutung und beinhaltet gemäß den Vorgaben in „One Vision“ in den nächsten vier Jahren Investitionen in Höhe von 50 Mio. Euro. Zielsetzung: Prozesse optimieren, die Entwicklung von Kompetenzen erleichtern und eine datengesteuerte Entscheidungsfindung mit erhöhter Kundenorientierung ermöglichen. Im Jahr 2020 wurden bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel: Mittels eines schlanken Ansatzes wurden alle Buchhaltungs-, Einkaufs- und Controllingprozesse, die sich auf die Gesellschaft Edyna beziehen, in einer einzigen Anwendung zusammengeführt, um den Einrichtungen der Gruppe gemeinsame Verfahren zur Verfügung zu stellen. Die Marketingprozesse von Alperia Smart Services wurden aktualisiert, und es wurde eine Infrastruktur für die Erhebung, den Abgleich und die Analyse der Daten geschaffen. Nicht zu vergessen das Arbeiten im Homeoffice, das in Rekordzeit 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht wurde.