Innovation, Forschung und Entwicklung

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Innovation ist ausschlaggebend für den Erfolg unserer Tätigkeiten und um konkret zur nachhaltigen Entwicklung der Region und des Umfelds, in dem wir tätig sind, beizutragen. 

Internationale Wettbewerbe und Investitionen in Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung stehen im Mittelpunkt des Industrieplans 2020–2024 „One Vision“, in dem Investitionen in Höhe von 680 Mio. Euro veranschlagt sind. Diesen wird ein neuer interner Ablauf zugrunde liegen, mit dem wir bestrebt sind, das Management von Innovationsprojekten zu vereinheitlichen und zu stärken und eine Reihe von Standardanalysen zur Bewertung von deren Wirksamkeit einzuführen. Jede Innovationsinitiative wird mehrmals seitens eines neuen Entscheidungsausschusses bewertet und genehmigt. Dieser besteht aus dem Generaldirektor von Alperia, dem Vize-Generaldirektor, dem Direktor Corporate Strategy und dem Verantwortlichen Engineering & Consulting. Der gesamte Prozess wird vom Innovation Board koordiniert, einer Arbeitsgruppe, die 2017 gebildet wurde, um die Durchführung von internen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zu implementieren. Zum Team gehören auch einige Expertinnen und Experten der Gesellschaften der Gruppe, welche die Bewertung der einzelnen Projekte unterstützen werden.

Darüber hinaus werden wir ein Tool einsetzen, mit dem wir die wichtigsten Innovationstrends in unseren Interessensbereichen verfolgen können, um so schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. Dieses Instrument wird es Alperia ermöglichen, auch alle BUs in die Ermittlung und Bewertung von Trends einzubeziehen und folglich die Innovation der Gruppe zu verbessern.

2020 belief sich das Budget für Innovationstätigkeiten auf 1.963.262 Euro von insgesamt 2.148.484 Euro, die in Forschung und Entwicklung investiert wurden. Beteiligt an solchen Tätigkeiten waren 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

INSERIRE GRAFICO AGGIORNATO AL POSTO DI QUELLO CHE SEGUE

ausgaben forschung und entwicklung

Eine Auswahl unserer Innovationsprojekte

INNOVATE!

Wir zeichnen die besten im Betrieb entstandenen Innovationsideen aus

Innovation bedeutet für Alperia, seine Produkte, Tätigkeiten und Dienstleistungen auf integrierte und nachhaltige Weise in jeder Hinsicht vollständig weiterzuentwickeln und für den Kunden und die Unternehmen, mit denen es arbeitet, einen wesentlichen Mehrwert zu gewährleisten. In der Überzeugung, dass die besten Ideen sowohl betriebsextern als auch betriebsintern entstehen können, lancierten wir INNOVATE!, einen Ideenwettbewerb, in dessen Rahmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur ihre Projektidee einbringen, sondern als Projektmanager auch die Entwicklung ihrer Idee, sofern diese ausgewählt wird, betreuen können. Die Projekte können die Schaffung neuer Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und deren Verbesserung betreffen. 

Erstmals wurde INNOVATE! Ende 2019 gestartet, und insgesamt gingen zwölf Projekte ein: Diese betrafen Themen in Verbindung mit Elektromobilität, Anlageninstandhaltung, Vermarktungsmöglichkeiten sowie der Nachhaltigkeit von internen Prozessen und vieles mehr. Die sechs interessantesten Projekte wurden im Jänner 2020 Generaldirektor Johann Wohlfarter und Chief Strategy Officer Paolo Vanoni vorgestellt. Beschlossen wurde damals, zwei Projekte zu realisieren – Fleetmatica und DealBox. Jedoch erhielten alle, die ein Projekt vorgeschlagen hatten, ein Anerkennungszertifikat.

Fleetmatica zielt darauf ab, Kundinnen und Kunden beim Übergang von der traditionellen zur Elektromobilität zu unterstützen, indem ein Tool bereitgestellt wird, das die Analyse des Elektrifizierungspotenzials der Unternehmensflotte einfacher und unmittelbarer gestaltet. Alperia und andere Beispiele beweisen, dass die Elektrifizierung von „Dienstfahrzeugen“, die im Durchschnitt 50 bis 250 km pro Tag zurücklegen und nachts auf dem Betriebsgelände oder in der Nähe der Wohnung des Nutzers abgestellt werden, leicht durchführbar ist und signifikante Vorteile sowohl in Bezug auf die Einsparung von Kosten als auch von CO2 beinhaltet.

DealBox ist dagegen ein IT-Tool, dessen Ziel es ist, Alperia-Produkte zu fördern, Verträge (mit Unterschrift) abzuschließen, aktivierte Mobility-Cards auszustellen, Vertragsstartgebühren einzunehmen und Verträge, Quittungen und Anmeldedaten auf Papier zu erstellen (z. B. Zahlungsbelege). Dieses benutzerfreundliche, sichere System sorgt im Einklang mit der Geschäftsstrategie der Gruppe für eine unmittelbarere und effizientere Interaktion mit den Kundinnen und Kunden.

2020 wurde INNOVATE! erneut lanciert, jedoch wurden die unternehmerischen Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die zum dritten Mal veranstaltete Alperia-Startup-Factory-Initiative eingebunden. Dadurch wurden den betriebsinternen Ideen eine noch größere Sichtbarkeit und mehr Instrumente verliehen, um die vorgeschlagenen Lösungen erfolgreich umzusetzen.

Alperia Startup Factory

Die dritte Ausgabe der Initiative, diesmal auch mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Alperia Startup Factory ist ein Ideenwettbewerb mit dem Ziel, die Innovation im Bereich erneuerbare Energie und Green Economy zu fördern. Er wurde 2018 ins Leben gerufen und nun bereits zum dritten Mal veranstaltet. Zum ersten Mal durften auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alperia Gruppe teilnehmen und sich aktiv mit ihren Ideen einbringen. 2020 konzentrierte sich der Wettbewerb auf folgende Themen: Fernwärme 4.0, innovative Energieprodukte (italienischer Markt), Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit im Wasserkraftsektor, Lösungen für die Smart Region (Smart Agriculture und Smart Home for Emergency), flexible Systeme für die Energiespeicherung, Internet der Dinge und künstliche Intelligenz für Energieeffizienz. 189 Bewerbungen gingen aus 39 Ländern ein, von Europa bis Nord- und Südamerika, von Asien bis Australien. Betriebsintern waren dagegen 8 Bewerbungen zu verzeichnen, die sich auf Wasserkraft, Smart Region, Fernwärme 4.0 und flexible Systeme zur Energiespeicherung konzentrierten. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden die Bewerberinnen und Bewerber mit den interessantesten Projekten (9) zur Teilnahme an einem dreitägigen virtuellen Workshop eingeladen (Innovation Camp), der vom 9. bis zum 11. Dezember 2020 stattfand. Fünf Finalistinnen und Finalisten erreichten die nächste Phase, die im ersten Halbjahr 2021 stattfindet und die materielle Realisierung des Prototyps sowie Markttests angesichts einer eventuellen Vermarktung betrifft.

2020 wurden zudem einige der Ideen weiterentwickelt, welche bei der zweiten Veranstaltung der Alperia Startup Factory hervorgegangen waren. Am 24. Mai 2020 wurden die Ergebnisse der Jury, bestehend aus dem Alperia-Topmanagement, präsentiert, welche die vier Gewinner auswählte:

  • Ev.Energy mit einem Ladeservice für Privathaushalte, der das Aufladen von Elektrofahrzeugen zu einem erschwinglichen Preis ermöglicht;
  • FlexiDAO mit einem Tool für die Kundentreue, das Alperia ermöglicht, seinen Kundinnen und Kunden bei Energieentscheidungen mehr Transparenz zu bieten, insbesondere in Bezug auf die Rückverfolgbarkeit der Energie, und sich so von der Konkurrenz abzuheben;  
  • HeatVentors mit einem innovativen System für die Speicherung von Wärmeenergie mit phasenverändernden Materialien, das in der Lage ist, die zahlreichen technischen Herausforderungen zu meistern, die im Bereich Heizen und Kühlen zu bewältigen sind, wie Lastspitzenmanagement, Platzmangel, Optimierung der Anlagengröße und Investitionskosten;
  • EcoSteer mit einer Plattform für den Datenaustausch, welche die Kontrolle über den Datenzugriff dezentralisiert und dabei den Dateneigentümern in technischer Hinsicht die vollständige Kontrolle über die Daten ermöglicht, während diese in Echtzeit mit verschiedenen Anwendungen und Stakeholdern unter völliger Einhaltung der DSGVO ausgetauscht werden. 

Startup Factory wurde von Alperia zusammen mit der Universität Bozen – Fakultät für Wirtschaft – und WhatAventur, einem jungen Unternehmen, das Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Projekte und neuer Ideen unterstützt, gestartet.

Alperia evaluiert zudem die Aufnahme einer Venture-Capital-Tätigkeit, um das Wachstum von Start-ups zu unterstützen und die besten Unternehmen zu finden, die in der Lage sind, die Entwicklung der Gruppe zu beschleunigen.

Open Innovation

Wertvolle Partnerschaften und Kooperationen, um grenzenlos innovativ zu sein

Alperia kooperiert mit lokalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dazu zählen neben Forschungseinrichtungen auch Betriebe und Start-ups. Auch 2020 wurden einige etablierte Kooperationen fortgesetzt, wie die mit Eurac Research, dem Versuchszentrum Laimburg, IDM Südtirol und NOI Techpark, dem Bozner Innovationsbezirk. Aufgenommen wurde darüber hinaus eine neue Zusammenarbeit mit EIT Digital, der wichtigsten europäischen Organisation für digitale Innovation und Unternehmertum, welche den digitalen Wandel Europas leitet und von der Europäischen Union über das Europäische Innovations- und Technologieinstitut unterstützt wird. Mit EIT Digital arbeiteten wir insbesondere an der Initiative Open Innovation Scaleup zur Bewertung fünf möglicher Start-ups.

Diese Kooperationen werden vom gemeinsamen Streben nach Innovation und von der Mehrsprachigkeit gestärkt, einem wichtigen Antrieb für den Austausch von Ideen aus dem deutsch- und italienischsprachigen Raum. Südtirol ist auch aus diesem Grund ein bevorzugter Ort, um Pilotprojekte durchzuführen, zu testen und neue technologische Lösungen abzuwägen.

Die Innovationstätigkeit von Alperia im Bereich Wasserkraft wird zudem mittels des neuen Joint Venture mit Hydrodata und Alperia Innoveering vorangetrieben, was die Einführung neuer Lösungen in Bezug auf IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain, Industrie 4.0 usw. in den Wasserkraftwerken der Gruppe ermöglicht.

Fusion Grant

Wir betreiben nachhaltigkeitsorientierte Forschung

Alperia wurde im Rahmen des Fusion-Grant-Wettbewerbs ausgezeichnet, einer Initiative der Stiftung Südtiroler Sparkasse in Zusammenarbeit mit NOI Techpark, dem Südtiroler Wirtschaftsring und dem Südtiroler WirtschaftsNetz zur Unterstützung von Postdoc-Forscherinnen und -Forschern unter 40 Jahren, die sich in Südtirol an wissenschaftlichen Forschungsprojekten zur Förderung der Entwicklung und Innovation der lokalen Wirtschaftswelt beteiligen.

Bei der Ausschreibung präsentierte Alperia in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen ein Projekt, das darauf abzielt, neue Methoden zu identifizieren, um die Auswirkungen des Sedimenttransports auf die Fischfauna besser zu verstehen. Dies erfolgt mittels einer innovativen CFD-Simulationssoftware (Computational Fluid Dynamics), einer Simulationstechnik, die mithilfe mathematischer Formeln das Fließverhalten und die Wärmeübertragung simuliert. Mit diesem Projekt möchte Alperia die Bedeutung von Forschung und Entwicklung und die Sensibilität für Nachhaltigkeitsfragen stärken, wie das Engagement für die Lösung der Umweltprobleme des Territoriums, in dem wir tätig sind, zeigt.

IDEE-Projekt

Wir integrieren Daten, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu optimieren

Das IDEE-Projekt „Data Integration for Energy Efficiency“ zielt darauf ab, Daten über Gebäude für öffentliche Verwaltungen leicht zugänglich zu machen. Ziel ist ein optimales Management von Energieeffizienzmaßnahmen. Das Projekt wird von der Europäischen Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Die Partner von Alperia für das IDEE-Projekt sind das Bozner Unternehmen R3 GIS und die Fakultät für Informatik und Technologie der Freien Universität Bozen. Ziel des Projekts ist es, eine innovative EDV-Technologie zu entwickeln, um Informationen über Gebäude einschließlich Strom-, Gas- und Wärmeverbrauch aus Fernwärme aus verschiedenen Datenbanken bereitzustellen und intuitiv zugänglich zu machen. Dieses Instrument wird die öffentlichen Verwaltungen bei der Verfolgung ihrer Nachhaltigkeitsziele durch die Planung gezielter Maßnahmen oder die Erhebung der am besten für die Installation von Photovoltaikanlagen geeigneten Gebäude unterstützen. Das System wird darüber hinaus in der Lage sein, die Informationen durch die Bereitstellung von Karten und Grafiken zu verarbeiten und die Daten in der Zeitleiste zu vergleichen, was besonders wichtig für die Überwachung der Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen ist. Das Projekt wird anhand des konkreten Fallbeispiels Meran so entwickelt, dass es wiederholbar und ortsspezifisch anpassbar ist.

Über die notwendigen Informationen zu verfügen und diese leicht abrufen zu können, ist grundlegend für die Definition von Energieeffizienzstrategien, die genaue Überwachung der durchgeführten Maßnahmen und die Planung der an die Bürgerinnen und Bürger gerichteten Sensibilisierungsmaßnahmen.

Fieldbox.AI

Wir wenden künstliche Intelligenz bei Druckleitungen an

2020 wurde die Umsetzung des Projekts gestartet, welches das französische Start-up-Unternehmen Fieldbox.ai anlässlich der Alperia Startup Factory 1 im Vorjahr präsentiert hatte. Es handelt sich um ein Paket mit der Bezeichnung Hydrobox, dessen Ziel es ist, das Verhalten einer Druckleitung unter bestimmten geotechnischen Bedingungen mithilfe von künstlicher Intelligenz bewerten zu können.

Die von Fieldbox.ai entwickelte Idee betrifft die Analyse des Verhaltens der Druckleitungen von Wasserkraftwerken und zielt darauf ab, den herkömmlichen ingenieurtechnischen Ansatz durch eine mathematische Sichtweise mittels von künstlicher Intelligenz gesteuerter Algorithmen zu ergänzen, um unerwartete Muster und etwaige Schwächen aufzuzeigen und digitale Lösungen vorzuschlagen, die auch auf andere Leitungen derselben Art angewandt werden können. Das Projekt wurde für die Druckleitung St. Walburg in Zusammenarbeit mit Alperia Greenpower angewandt. Die Druckleitung des Kraftwerks St. Walburg unterliegt in einem Abschnitt einer Belastung durch eine tiefgreifende gravitative Hangdeformation (engl. Deep-seated gravitational slope deformations; Abk. DSGSD), d. h. einem Hangrutsch mittleren Ausmaßes von zirka 2 mm/Jahr. Die Ergebnisse der Studie werden Anfang 2021 vorliegen. 

Storage4Grid

Neue Tools für verteilte Speichersysteme

Das europäische Forschungsprojekt Storage4Grid (Dezember 2016 bis Februar 2020) endete Ende Februar 2020. Storage4Grid ist eine ehrgeizige Research and Innovation Action, die zu 100 % von der Europäischen Kommission im Rahmen des Rahmenprogramms Horizon 2020 für Forschung und Innovation finanziert wird. Beteiligt an diesem Projekt waren neben Alperia, Edyna und Neogy: das Forschungsinstitut LINKS Foundation (Turin, Italien) als Koordinator, das Polytechnikum Bukarest (Rumänien), das Fraunhofer Institut (Deutschland), UNINOVA (Portugal), ENIIG (Dänemark) und Lithium Balance (Dänemark).

Der Stromsektor der Zukunft wird sich durch einen zunehmenden Anteil an intermittierender Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und eine zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen auszeichnen. Diese Szenarien werden neue Herausforderungen für die effiziente und stabile Führung des Stromnetzes mit sich bringen, in deren Rahmen Energiespeichersysteme (Energy Storage Systems – ESS) gute Lösungen darstellen können. Dazu gehören die Versuche des europäischen Projekts Storage4Grid, die zu folgenden Ergebnissen führten:

  • Bereitstellung neuer Instrumente für die Konzeption, den Betrieb und die Bewertung von ESS für Versorgungsunternehmen und Endkunden;
  • Entwicklung neuer Steuerungs- und Schnittstellenmodelle, die in der Lage sind, mit den verschiedenen ESS-Typen auf der Grundlage der geltenden Rechtsvorschriften zu interagieren;
  • Vertiefung der Kenntnis der Speichertechnologien zwischen Verteilnetz und Endnutzern mittels der Entwicklung einer Methode zur Modellierung, Projektierung und Integration von ESS, die mit Elektrofahrzeugen verteilt werden.

In den über drei Jahren Projektlaufzeit wurden konkrete Lösungen entwickelt, um die Notwendigkeit einer Stärkung des Stromnetzes zu vermeiden oder zu reduzieren. Als Inspirationsquelle diente die Idee, Energiespeichersysteme (Batterien) zwischen den Endnutzern und dem Nieder-/Mittelspannungsverteilnetz zu verteilen und die Nutzung auch durch Elektrofahrzeuge zu koordinieren.

Zu den von Storage4Grid entwickelten Lösungen gehören ein neues IKT-Framework zur Entscheidungshilfe bei der Planung und Optimierung der Dienste, Algorithmen für die prädiktive Steuerung zur Echtzeitoptimierung sowie innovative Systeme für die Messung und Einspeisung von Strom. Diese Lösungen wurden unter realen Bedingungen in Europa umgesetzt und evaluiert: in Bukarest (Rumänien), Bozen (Italien) sowie in Fur und Skive (Dänemark).

Insbesondere wurden in Bozen dank der Zusammenarbeit von Edyna, Alperia und Neogy zwei separate Teststandorte in einem realen Szenario eingerichtet: einer in einem häuslichen Umfeld und einer in einem gewerblichen/industriellen Umfeld. Das Szenario wurde auf den Einsatz von elektrochemischen Speichersystemen (Lithium-Ionen-Batterien) festgelegt, die zur Unterstützung der Ausweitung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge verwendet werden. Für den häuslichen Standort wurde das Gebäude eines Nutzers am Bozner Stadtrand gewählt, das mit einer Photovoltaikanlage, einem E-Auto und einem Speicher zu 12 kWh ausgestattet war. Für den Test an einem gewerblichen Standort wurde dagegen der Edyna-Sitz, Linkes Eisackufer 45/A in Bozen, gewählt, der über zwei Photovoltaikanlagen und mehr als 7 Ladesäulen für E-Autos verfügt.

Die abschließenden Ergebnisse des Projekts stellten sowohl die Europäische Kommission als auch alle Mitglieder des Konsortiums zufrieden.

Sinfonia

Wir tragen dazu bei, Bozen zu einer smarteren und grüneren Stadt zu machen

Das von der Europäischen Kommission kofinanzierte Forschungsprojekt Sinfonia, an dem in den letzten sechs Jahren in Bozen die Partner Alperia, Alperia Ecoplus, Eurac Research, Stadtgemeinde Bozen, IPES und KlimaHaus-Agentur beteiligt waren, endete Ende Juli 2020. Das Projekt wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, Bozen energieeffizienter zu machen, zum Übergang zu einem nachhaltigeren und smarteren System beizutragen und die CO2-Emissionen konkret zu senken.

Die Fernwärme in der Stadt spielte bei diesem Prozess eine fundamentale Rolle.

Das Sinfonia-Projekt begann in einer Phase der großen Expansion bei Alperia. Geplant war eine Verdopplung des durch die Müllverwertungsanlage Bozen gespeisten Fernwärmenetzes, dessen Rohrleitungen auf einer Länge von 60 km für die Verteilung von mehr als 200 GWh pro Jahr sauberer und sicherer Wärme ausgebaut werden sollten. In diesen Jahren betraf die Verlegung vorisolierter Rohre mehrere Viertel der Landeshauptstadt: Firmian, die Grieser Auen in der Drususallee, das Krankenhaus, den NOI Techpark bis zum Gebiet zwischen der Rovigostraße und dem Drusus-Stadion.

Die Teilnahme am Sinfonia-Projekt ermöglichte es uns, eine intelligente Software für das optimale Management des erweiterten Netzes zu entwickeln. Es handelt sich um ein innovatives Regelungssystem, das auf zusätzlichen Messpunkten entlang der Rohrleitungen und auf einem effizienteren Hydraulik- und Energiesystem des Netzes basiert. Mit diesem System können wir die Erzeugung und Verteilung von Wärme in Echtzeit überwachen, Spitzenlasten vorhersagen und die Betriebstemperatur des Netzes optimieren. So kann die Bozner Fernwärme bei maximaler Verteilungseffizienz arbeiten und Energieverluste im gesamten Netz um bis zu 5 % reduzieren. Der Netzausbau ermöglichte es Alperia, zwei Wohnanlagen, die dank europäischer Sinfonia-Mittel energetisch saniert wurden, von den Vorteilen der Fernwärme profitieren zu lassen (in der Similaunstraße und in der Palermostraße im Don-Bosco-Viertel in Bozen, die dem WOBI gehören). Dank dieser Arbeiten verfügen die 97 Familien der zwei Kondominien nun über eine mit Fernwärme beheizte Wohnung, wodurch 54 % an CO2-Emissionen gespart werden.

Zudem nutzten wir einen Teil der europäischen Sinfonia-Fonds, um ein nachhaltigeres Versorgungssystem für eines der beiden Blockheizkraftwerke des Heizkraftwerks Alperia Ecoplus zu testen. Mit einem Wasserstoffzusatz von bis zu 30 Volumenprozent reduzierten wir die Kohlendioxidemissionen um bis zu 15 % und die Stickoxidemissionen um bis zu zirka 40 %.

Im Rahmen des Sinfonia-Projekts zogen wir zudem mögliche Entwicklungen der Fernwärme auf Stadtebene in Erwägung. Mittels einer Machbarkeitsstudie wurde das Restwärmerückgewinnungspotenzial der Industrietätigkeiten in Bozen als neue Quelle für die Speisung des Netzes untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten einige technische Schwierigkeiten auf, die vor allem mit der Zugänglichkeit der Quelle in Verbindung stehen, veranlassten jedoch gleichzeitig Alperia dazu, auf verschiedene Wärmerückgewinnungstechnologien zu setzen: Im Rahmen mehrerer Projekte arbeiten wir aktiv daran, Wärme aus umfassend zugänglichen Niedrigtemperaturquellen, wie Supermärkte oder Rechenzentren, zurückzugewinnen. 

Mobster

Wir verbreiten Elektromobilität

Die Autonome Provinz Bozen ist bekannt dafür, in puncto Umweltfreundlichkeit an der Spitze zu stehen: Mit Radwegen mit einer Länge von 64,4 km pro 100 km2, dem Einsatz von Hybrid- und Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr und enormen Investitionen in die Modernisierung der Bahnlinie hebt sie sich vom Rest Italiens ab. Ziel der Region ist es, bis 2030 mittels der Umsetzung von Strategien zur Reduzierung des Privatverkehrs, der Verbreitung der Elektromobilität und der Einführung des multimodalen Verkehrs zu einem Modell für die nachhaltige Mobilität im Alpenraum zu werden.

Das Mobster-Projekt reiht sich in einen Kontext politischer Maßnahmen und Fördermaßnahmen ein, die zur Stärkung der nachhaltigen Mobilität in Südtirol dienen. Die Erhöhung der Anzahl an Elektrofahrzeugen sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur tragen zur Verbesserung des touristischen Angebots für die Gäste Südtiroler Beherbergungsbetriebe bei. In diesem Zusammenhang befassen sich die Alperia-Experten mit der Entwicklung von Strategien für den Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Informationstools, um die Nutzung und den Kauf neuer Elektrofahrzeuge zu fördern, sowie mit der Sensibilisierung in Bezug auf das Thema der umweltfreundlichen Mobilität. 

Smart Land

Wir machen die Landwirtschaft moderner und nachhaltiger

Smart Land ist ein Projekt, das Alperia in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg und dem Beratungsring für Obst- und Weinbau entwickelt, um die Landwirtschaft intelligenter und nachhaltiger zu gestalten. Die Landwirtschaft ist für Südtirol eine grundlegende Wirtschaftssparte. Im Land werden allein mehr als 50 % der in Italien verkauften Äpfel produziert, und auch was die Weißweinherstellung betrifft, steht es an der Spitze.

Im Rahmen von Smart Land wurden 2019 auf den Feldern von 60 Wein- und Obstbauern über 120 Sensoren zur Messung der Bodenfeuchtigkeit installiert, die verschiedene, für den Bewässerungsprozess relevante Daten aufzeichnen und überwachen können, und zwei Jahre lang getestet. Die Sensoren informieren den Landwirt über die Bodenfeuchtigkeit und ermöglichen durch die Kombination von Wetterdaten mit Temperaturdaten eine digitale Echtzeiterfassung aller Messungen auf den Feldern. Laut den erhobenen Daten können Wassereinsparungen zwischen 50 und 80 % erzielt werden.

Smart Land hätte 2020 auf den Markt kommen sollen. Jedoch wurde diese Phase aufgrund der Auswirkungen durch die Pandemie auf 2021 verschoben. Darüber hinaus wird ein weiteres Tensiometermodell für den Weinbau realisiert, dessen Ziel ebenfalls darin besteht, die Effizienz des Bewässerungsprozesses zu erhöhen.

Alperia und Energiegemeinschaften

Effizientere Gemeinschaften mit gemeinsamer Energie

Vor zwei Jahren wurde das von Alperia in Zusammenarbeit mit Regalgrid Europe, einem im Bereich Digital Energy führenden Unternehmen, entwickelte Projekt der Energiegemeinschaften ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, den Strom, der von mit erneuerbarer Energie (Photovoltaik und Windkraft) gespeisten Produktionsanlagen erzeugt wird, lokal zur Verfügung zu stellen, sodass mehrere vernetzte Produzenten/Verbraucher eine „Energy Community“ bilden und direkt davon profitieren. Möglich war dieses System dank einer ausgeklügelten Technologie, welche die Optimierung von Energieflüssen erlaubt, die zwischen den vernetzten Nutzern ausgetauscht werden, um die erzeugte Energie bestens zu nutzen, zu sparen und die Umwelt zu schützen. 

Um die entsprechende Technologie zu testen und das Projekt auf den Markt zu bringen, bildete Alperia im Bozner NOI Techpark, dem Südtiroler Innovationsviertel, eine Energiegemeinschaft – bei der es sich um eine der ersten in Italien handelt – und vernetzte dabei sieben „Consumers“ und „Prosumers“ (Letztere sind gleichzeitig Verbraucher und Produzenten von Energie).

Die Photovoltaikanlage, die sich auf einem der Gebäude des Technologieparks befindet, wurde virtuell aufgeteilt, um eine verteilte Erzeugung zu simulieren, und einige im Gebäude identifizierte Abnehmer wurden mit einer eigenen Produktionsanlage mit Wechselrichter und Energiespeichersystemen (Batterien) ausgestattet, die von Alperia installiert wurden.

Die innovative, von Regalgrid patentierte Technologie, die in Anspruch genommen wurde, basiert auf speziellen Vorrichtungen mit der Bezeichnung SnoCU (Smart Node Control Unit), welche die Nutzer per Cloud vernetzen. Sie übertragen und verarbeiten die Daten in Bezug auf die von jedem Mitglied der Gemeinschaft erzeugte, verbrauchte und gespeicherte Energie, und aktivieren die Produktions- und Speicheranlagen zwecks Energieoptimierung des gesamten Systems auf der Grundlage von Ergebnissen, die von einem von Regalgrid entwickelten Algorithmus ausgewertet werden. Dieser Algorithmus analysiert die Verbrauchsprofile und reguliert und optimiert automatisch die Energieflüsse, um die zur Verfügung stehende Energie bestens zu nutzen. Dank einer digitalen Plattform können die Nutzer zudem die erzeugte und verbrauchte Energie sowohl auf Ebene des einzelnen Abnehmers als auch auf Ebene der Gemeinschaft in Echtzeit überwachen und steuern. Ziel ist es, die selbst erzeugte Energie so weit wie möglich innerhalb der Gemeinschaft zu nutzen. 

Ein ähnliches System wurde auch im landwirtschaftlichen Bereich umgesetzt. Eingerichtet wurde es mittels der virtuellen Vernetzung einiger Südtiroler Bergbauernhöfe (zirka 20), die bereits mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet waren. In sieben davon wurden SnoCUs, Wechselrichter und entsprechende Energiespeichersysteme installiert, in den restlichen 13 lediglich die SnoCUs. So entstand die „Bauernbund Energy Community“.

In beiden Fällen wurde die Wirksamkeit des Systems durch Eurac Research mittels der Entwicklung einer spezifischen Modellierungsumgebung, welche die zwei betreffenden Energiegemeinschaften reproduziert, bescheinigt. Das Forschungsinstitut simulierte deren Funktionsweise auf Basis realer Daten, und die Ergebnisse zeigten, dass sich der Energieeigenverbrauch innerhalb einer Gemeinschaft verdoppeln kann im Vergleich zu einer Situation, in der die Energie nicht gemeinschaftlich genutzt wird. Das Ergebnis ist noch überraschender, wenn man es mit dem aktuellen Stand der Technik der Energiegemeinschaften vergleicht: Bei der gemeinsamen Nutzung von Energie im NOI Techpark wurde ein Energieeigenverbrauch verzeichnet, der die in der Literatur enthaltenen Referenzdaten der Branche um 20 % übersteigt. Diese Ergebnisse sind ermutigend und gehen in Richtung der seit jeher von Alperia verfolgten Strategie: die kontinuierliche Optimierung und Innovation im Bereich der Energieverteilungstechnologien, sodass der Wirtschaftszweig zunehmend smarter, digitaler und effizienter wird und folglich für die Bürgerinnen und Bürger einen hohen Mehrwert generiert. An das im Technologiepark Bozen realisierte System werden in der zweiten Projektphase die Ladestationen für die Elektrofahrzeuge des Zentrums und die Wärmepumpen des Gebäudes, in dem die Anschlüsse der Gemeinschaft untergebracht sind, angeschlossen. Dadurch werden die Anzahl und die Art der vernetzten Lasten erhöht bzw. erweitert, auch um die Simulation eines zunehmend heterogenen Systems zu ermöglichen, das den realen Bedürfnissen in Bezug auf die Nutzung von häuslicher und sonstiger Energie entspricht, welche in Zukunft erwartet werden.

Smart Edyna

Wasser, Parkplätze, Licht, Zugänge/Zufahrten und Abfälle wirksamer verwalten

2018 startete Edyna das Projekt Smart Edyna. Mit diesem soll eine intelligente Modellstadt am Edyna-Standort Linkes Eisackufer 45/A in Bozen eingerichtet werden. Mittels innovativer Techniken und einem einzigen Dashboard können mehrere Bereiche überwacht werden:

  • Wiederverwertung von Wasser: Smart Water ist ein Projekt zum Sammeln von Regenwasser zur Bewässerung, zur Messung des Wasserdurchflusses und zur Erfassung der Bodenfeuchtigkeit.
  • Parkplatzmanagement: Smart Vehicle ist ein intelligentes Parksystem, das freie Parkplätze für Pkws, Fahrräder und Motorräder anzeigt, die geparkten Fahrzeuge zählt und elektrische Ladesäulen zur Verfügung stellt.
  • Helligkeitssensoren: Smart Lighting ist ein Beleuchtungssystem mit LED-Leuchten, das mittels Sensoren zur Fußgängererfassung in Funktion tritt.
  • Zugangskontrolle: Smart Access ist ein System zur automatischen Zugangs-/Zufahrtserfassung.

Zu diesen vier bereits aktivierten und 2020 implementierten Bereichen gesellt sich ein weiterer, der mit dem intelligenten Abfallmanagement verbunden ist. Das Projekt wird derzeit umgesetzt und 2021 abgeschlossen. Am Ende der Entwicklungsphase wird es auf dem Markt vorgeschlagen.

Smart Net

Eine Studie zur Verbesserung der Netzführung

Das Projekt dauerte mehr als drei Jahre und endete offiziell im Sommer 2019. Edyna arbeitete mit 21 Partnern aus 9 europäischen Ländern am Pilotprojekt „A“ des Forschungs- und Innovationsprojekts. Im Rahmen des Projekts ging es um entscheidende Themen wie die Optimierung der Speicherung von aus fluktuierenden erneuerbaren Energien erzeugtem Strom im Netz. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist in ständigem Wachstum begriffen. Das gilt auch für dessen Einspeisung ins Netz, die vorwiegend von den Elektrizitätsunternehmen verwaltet wird, die im Fachjargon als DSO (Distribution System Operation, dt. Verteilungsnetzbetreiber) bezeichnet werden. All dies beinhaltet signifikante Veränderungen nicht nur für den Strommarkt, sondern auch hinsichtlich des Austauschs der Stromnetze zwischen den verschiedenen DSOs, vor allem was die Mittel- und Hochspannungsnetze betrifft.

Zweck des Forschungsprojekts SmartNet Pilot „A“ war es, effiziente Systeme zu finden, um die Koordination zwischen Netzbetreibern zu verbessern. Eins der Hauptziele, das vollumfänglich erreicht wurde, betraf den Echtzeitaustausch (alle vier Sekunden) von Informationen zwischen Edyna und Terna zur Netzüberwachung wie beispielsweise den Spannungsausgleich an Mittelspannungsleitungen, die Frequenzregulierung und das Management von Netzüberlastungen. Das Projekt wurde von der Exekutivagentur für Innovation und Netze (INEA) der Europäischen Kommission innerhalb des Forschungsrahmenprogramms „Horizon 2020“ finanziert.

Neben Edyna nahmen Partner sowohl aus Industrie als auch aus der Wissenschaft am Projekt teil und wurden von der Gesellschaft Ricerca sul Sistema Energetico RSE koordiniert. Die unterschiedlichen Geräte, die im Rahmen der im Pilot „A“ von SmartNet vorgeschlagenen Tests mit der entsprechenden finanziellen Deckung konstruiert, realisiert und installiert wurden, bleiben in den Produktionsanlagen im Ahrntal installiert und in Betrieb.

FlexiGrid

Auf dem Weg zu einem zuverlässigeren, sichereren und intelligenteren Stromnetz

Seit einigen Jahren ist der Stromsektor von einer radikalen Veränderung betroffen, die einerseits durch ein beträchtliches Wachstum an Anlagen mit fluktuierenden erneuerbaren Energien in Verbindung mit dem Mittel- und Niederspannungsnetz, andererseits durch die Stilllegung von konventionellen Anlagen geprägt ist, welche die notwendigen Regelungsdienste bereitstellen können, um den sicheren Systembetrieb zu gewährleisten. Mit dem Ziel, das Stromnetz zunehmend sicherer, zuverlässiger, nachhaltiger und innovativer zu gestalten, wurde FlexiGrid ins Leben gerufen, ein Projekt, an dem 16 Partner aus fünf europäischen Ländern beteiligt sind (Spanien, Frankreich, Italien, Kroatien, Griechenland). Folgende Elemente werden entwickelt:

  • Trafokabinen „der Zukunft“ mit dem Einsatz von Smart Meters der neuen Generation;
  • Schutzsysteme, die eine hohe Durchdringung in das aus erneuerbaren Quellen erzeugte Stromnetz ermöglichen und integrieren;
  • Softwaremodule, die in der Lage sind, Anomalien und Störungen im Netz zu identifizieren, mit einer ersten automatischen Lösung und einem eventuellen Einsatz des Bereitschaftspersonals der Netzleitstelle.

Zudem wird eine Plattform entwickelt, über welche die Hard- und Softwarelösungen integriert werden, sodass die von den lokalen Stromquellen bereitgestellten Daten genutzt und mit den FlexiGrid-Lösungen verteilt werden können; diese müssen mit den von den Stakeholdern genutzten EDV-Systemen interoperabel sein, um deren Antwortpotenzial zu erhöhen. Auf diese Weise werden die Verteilungsvorgänge am Stromnetz des DSO (Distribution System Operator) flexibler, zuverlässiger und kosteneffizienter, was das Wachstum und die Weiterentwicklung des Markts fördert.

Als wichtigster Südtiroler DSO nimmt Edyna mit dem Standort des am Umspannwerk Sarntal eingehenden MS- und NS-Netzes teil. Dort befindet sich ein Mittel- und Niederspannungsnetz, das über eine Primäranlage gespeist wird. Für diese soll die technische Machbarkeit einer Regelung der Produktion und der an das Mittelspannungsnetz angeschlossenen Lasten getestet werden (sodass die Leistungsströme auf das Netz optimiert und Engpässe reduziert werden). Die verfügbare Produktion soll für den Betrieb des Stromnetzes bei Notfällen im Inselmodus genutzt werden. Das Projekt begann am 30. Oktober 2019 an der CIRCE-Hauptniederlassung in Saragossa – dem Forschungszentrum, welches das Partnerkonsortium leitet – und hat eine Dauer von vier Jahren.

Digitale Transformation

Die Herausforderung Homeoffice und neue Investitionen

Eine der Auswirkungen der Gesundheitskrise war zweifelsohne der Vorschub bei der Digitalisierung der Arbeit. Eine Herausforderung für viele Unternehmen, die Alperia unmittelbar meisterte, indem der Betrieb sofort 750 in der Verwaltung tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Homeoffice schickte. Der Grund für die schnelle erfolgreiche Bewältigung dieses Übergangs bestand bei Alperia im Fokus, den der Betrieb schon Jahre vor der Pandemie auf digitale Themen richtete. In kürzester Zeit bot Alperia seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, von zu Hause aus unter den gleichen Bedingungen und mit der gleichen Ausstattung zu arbeiten, die ihnen im Büro zur Verfügung steht (in Rekordzeit wurden mehr als 200 neue Laptops geliefert, um die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen).

Die Zeit nach Covid-19 wird den Beginn einer „neuen Normalität“ markieren, in deren Rahmen das Homeoffice, wenn auch mit unterschiedlichen Formen und Modalitäten, eine Konstante sein wird. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angemessen ausgebildet sind. Dieses Ziel verfolgt Alperia auch durch die Einführung von Schulungskursen rund um Digitalisierung und IT-Sicherheit, die ab 2021 stattfinden werden. Dies wird nicht nur einer kurzfristigen Notwendigkeit gerecht, sondern stellt auch eine Säule der Gruppenstrategie dar. Wir sind uns nämlich darüber im Klaren, dass eine der Stützen für die Weiterentwicklung von Alperia die Digitalisierung sein wird, um Effizienz und Effektivität der Betriebstätigkeit zu verbessern und neue innovative Dienstleistungen zu ermöglichen. Laut den Vorgaben in unserem neuen Industrieplan sind wir bestrebt,

  • einen datengesteuerten Entscheidungsprozess einzuleiten, bei dem die Kundenzentralität eine größere Rolle spielt und die Einführung neuer personalisierter Produkte/Dienstleistungen erleichtert wird;
  • die Prozesse zu optimieren, um sowohl die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch das Kundenerlebnis zu vereinfachen;
  • die Entwicklung und den Transfer von Kompetenzen im Betrieb auch mit neuen Arbeitsmethoden (z. B. Koordination externer Partner) zu fördern.

Mit „One Vision“ investiert Alperia insbesondere über 50 Mio. Euro in den Digitalisierungsplan. Diese Mittel werden eingesetzt, um die vollständige Cloud-Migration aller betrieblichen Rechenzentren und die Digitalisierung der wichtigsten Prozesse der verschiedenen Unternehmensfunktionen durchzuführen. Zwischen 2020 und 2021 gingen viele Projekte an den Start, die 2019 entwickelt worden waren. So wurden zur Verschlankung alle Buchhaltungs-, Einkaufs- und Controllingprozesse, die sich auf die Gesellschaft Edyna beziehen, in einer einzigen Anwendung zusammengeführt, um den Einrichtungen der Gruppe gemeinsame Verfahren zur Verfügung zu stellen. Die Marketingprozesse von Alperia Smart Services wurden aktualisiert, und 2021 sind die Vertriebs- und After-Sales-Tätigkeiten dank der Einführung des neuen CRM Salesforce, einem weltweit führenden Marktanbieter, an der Reihe.

Ebenfalls 2021 ist die Freigabe des Projekts betreffend die Abrechnung von Strom und Gas, die Marktkommunikation und die Abrechnung von Non-Commodity-Dienstleistungen (in erster Linie Elektromobilität, aber auch Photovoltaik und sonstige innovative Produkte/Dienstleistungen) geplant.

Gleichzeitig wurde eine Infrastruktur für die Erhebung, den Abgleich und die Analyse der Daten eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein in der Cloud entwickeltes und gesichertes Tool zur intelligenten Überwachung und Analyse der großen Datenmengen, über die Alperia verfügt. Denn mit der Expansion der Gruppe nehmen auch die Komplexitäten und die etwaigen Schwachstellen zu, sodass entsprechend mehr Sicherheitsvorkehrungen zu treffen sind. Parallel dazu steigen auch die Geschäftsmöglichkeiten, die durch die wachsenden Datenmengen erschlossen werden können. Dazu gehört beispielsweise eine Reihe von innovativen Projekten im Bereich Advanced Analytics und künstliche Intelligenz, u. a. die Entwicklung eines erweiterten Algorithmus für die Prognose des Energieverbrauchs der Alperia-Kundinnen und -Kunden.

Darüber hinaus werden gegenwärtig auch Blackboxes in den Firmenwagen getestet, um den Servicestand zu prüfen und eine einfache, schlüssellose Vormerkung des Wagens per Firmen-Badge zu erleichtern.

Weitergeführt wurden ebenfalls die prädiktiven Instandhaltungstätigkeiten in Zusammenarbeit mit der Trading-Abteilung. Dies wirkte sich sofort direkt auf den Geschäftsbetrieb aus und wird bald auch auf andere Geschäftsbereiche ausgedehnt.

Mit der Einführung des CRM gehen schließlich 2021 die neuen Webportale online, die mit einem neuen Layout, einem neuen Interaktionsmodus und einer in technischer Hinsicht ausgefeilteren Infrastruktur umgestaltet wurden, um das Kundenerlebnis zu optimieren und die Aktivierung von Cross-Selling-Logiken zu erleichtern.

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, neue technologische Lösungen zu entwickeln und mit innovativen Forschungsprojekten aktiv zur Energiezukunft Südtirols beizutragen.

Operative Ziele2020 durchgeführte MaßnahmenGeplante Maßnahmen(Neue) FristenKPIZielwertWert Jahr 2020Status
Schaffung eines zentralen und multidisziplinären Innovationsmanagements
  • Implementierung und Überwachung der Projekte im Rahmen des Innovation Board: wurde erreicht
  • Ein neues Verfahren wurde definiert und implementiert; stufenweise Einbeziehung bestehender Projekte in das neue Verfahren; es fanden eine Besprechung des neuen Innovation Board und drei Besprechungen des Entscheidungsausschusses statt; die Entscheidungen zu den Innovationsprojekten wurden umgesetzt.
  • Stärkung der Unterstützung und Überwachung aller Innovationsprojekte
2021–2024
  • Investitionen in Forschung und Innovation (Mio. EUR)
  • Zahl der an Forschungs- und Innovationsprojekten mitwirkenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeite
  • 2,15 Mio. EUR
  • 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Laufend

Kooperation und Eruierung von Synergien mit Betrieben, Start-ups und Forschungseinrichtungen (OPEN INNOVATION)
  • Umsetzung der Projekte mit den ausgewählten Start-ups: wurde erreicht (Fieldbox.ai)
  • Die Zusammenarbeit mit den Start-ups der zweiten Ausgabe der Startup Factory hat begonnen.Die 3. Ausgabe von Startup Factory wurde lanciert.
    Mit EIT Digital wurde an der Initiative Open Innovation Scaleup gearbeitet --> Gesprächsbeginn mit 5 Scaleups von möglichem Interesse
  • Umsetzung der Projekte mit den ausgewählten Start-ups;
    Weiterführung erfolgreicher Partnerschaften mit Start-ups, die bereits bei früheren Ausgaben gewonnen hatten;
    Test der von Scaleups vorgeschlagenen, über die Plattform EIT Digital ausfindig gemachten Lösungen
2021–2024Zahl der Projekte mit
Start-ups
56

  • Fieldbox.AI
  • Ecosteer
  • FlexiDAO
  • Heatventors
  • Sentetic
  • Quantego
Laufend

Entwicklung von Instrumenten (z. B. myAlperia-System für Verbesserungsvorschläge, Workshops usw.), um Ideen Raum und Visibilität zu geben und eine „unternehmerische“ Einstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern
  • Bewertung der 12 mittels „Innovative“ eingegangenen Ideen und deren Auswahl nach Fortschritt: wurde erreicht (Dealbox, Fleetmatica).
    Die neue Ausgabe von „Innovate!“ wurde nicht gestartet, jedoch wurden die Unternehmer in die dritte Ausgabe der SUF eingebunden. Diese Initiative verleiht den betriebsinternen Ideen eine noch größere Sichtbarkeit und mehr Instrumente, um die entsprechenden Lösungen erfolgreich zu entwickeln.
  • Die Unternehmer mittels der SUF leiten und die Umsetzung der besten Ideen während der Beschleunigungsphase und danach unterstützen
2021–2024Zahl der Vorschläge im Intranet-Portal-8 Geschäftsideen,
von denen 2 für die Teilnahme am SUF Innovation Camp ausgewählt wurden
Laufend
Trendmanagement mit der möglichen kontinuierlichen Überwachung der in Entwicklung begriffenen Trends und Technologien
  • Gesucht wurde ein passendes Tool: Der Inhalt wurde mit der Demoversion geprüft, und es fand eine Demopräsentation für CEO und CSO statt.
  • Das kontinuierliche Management von Trends mittels des Workshops „Trends verwalten“ starten; das Tool im gesamten Unternehmen verbreiten, einen Trendmanagementprozess festlegen
2021–2025KPI TBD nach der Einführung des Tools im Jahr 2021Laufend