Emissionen

{ GRI 305-1, 305-2, 305-3, 305-4, 305-7 }

Die Tätigkeiten der Alperia Gruppe erzeugen sowohl direkte Emissionen (bei der Produktion) als auch indirekte (über die Strombeschaffung bei Fremdunternehmen). 

Risikomanagement

RisikoManagementmethode
Risiko in Bezug auf die nicht erfolgte Optimierung der umweltfreundlichen Technologien und Definition von Systemen zur Überwachung der Treibhausgasemissionen (z. B. Erstellung eines Berichts auf Gruppenebene).Wir unterstützen den Klimaplan 2050 des Landes Südtirol, indem wir unsere Treibhausgasemissionen reduzieren. Wir haben Maßnahmen zur Bekanntgabe der KPIs im Umweltbereich im Hinblick auf den Nachhaltigkeitsbericht eingeleitet, sodass Emissionen und Kohlenstoffintensität der Gruppe überwacht werden.
Risiko in Bezug auf die Missachtung der für den betrieblichen Fuhrpark entwickelten Mobilitätspläne im Hinblick auf die Reduzierung der Emissionen.Wir sind bestrebt, die Emissionen in Verbindung mit der Mobilität zu verringern, indem wir innerhalb von 3 Jahren 50 % unseres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge umstellen und diesen so umweltfreundlicher gestalten. Schon jetzt verfügen wir über 100 Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge.
Risiko in Bezug auf die Missachtung der Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltverschmutzung durch die Anlagen der Gruppe (z. B. Abgase, Abwässer, Abfälle usw.).Wir sind bestrebt, die durch unsere Anlagen erzeugte Umweltverschmutzung auf ein Minimum zu reduzieren. Hierfür haben wir einen Teil der Green-Bond-Erträge zur Modernisierung der Wasserkraftwerke und des entsprechenden Verteilnetzes verwendet.

Dabei handelt es sich insbesondere um: 

  • Scope 1: direkte Treibhausgasemissionen, die durch Quellen der Gruppe erzeugt werden (CO2-Emissionen, die durch Brennstoffe bei der Energieproduktion, und solche, die durch den eigenen Fahrzeugpark erzeugt werden);
  • Scope 2: CO2-Emissionen aus dem indirekten Verbrauch der Gruppe (Emissionen, die durch den Erwerb von Strom von Fremdunternehmen, der in den Anlagen und den Niederlassungen verbraucht wird, entstehen);
  • Scope 3: Emissionen, die – selbst wenn sie mit der Haupt- und Geschäftstätigkeit in Zusammenhang stehen – nicht direkt von der Gruppe kontrolliert werden (Mietfuhrpark und Well-to-Tank-Emissionen in Verbindung mit der Gewinnung, der Raffination und dem Transport von Rohkraftstoffen wie Palmöl und Erdgas). 

Mit dem Ziel, zur Durchführung des Landesklimaplans 2050 beizutragen, bemüht sich Alperia um die Verringerung seiner Emissionen. In Europa beträgt der jährliche CO2-Ausstoß gegenwärtig pro Kopf 9 t, in Südtirol nur 5 t. Dieser Wert soll gemäß den Vorgaben des Plans auf 1,5 t CO2 pro Kopf pro Jahr reduziert werden. Die zum Großteil auf die Energiebranche zurückzuführenden CO2-Emissionen tragen in beträchtlichem Maß zum Anstieg der Treibhausgase bei, die für den Klimawandel verantwortlich sind. Alperia hat daher eine regelmäßige Überwachung bezüglich der Treibhausgase implementiert und mit der Identifizierung möglicher Korrekturmaßnahmen ein Ziel zur Verringerung der Emissionen auf Gruppenebene definiert. 2019 wurde das System zur Überwachung der Emissionen verbessert, sodass eine strukturiertere Analyse auch im Hinblick auf die Digitalisierung zur Verfügung steht. Insbesondere wurde eine Produktion von 127.749 t CO2e aus direkten und indirekten Emissionen (marktbasiert) geschätzt, davon 13,08 t SOx und 46,58 t NOx. Besondere Beachtung verdienen die direkten Brutto-Treibhausgasemissionen (Scope 1, worunter auch SF6 fällt), die im Jahr 2019 52.709 t CO2e betrugen, während sie sich im Vorjahr auf 45.019 t CO2e beliefen; dies entspricht einer Steigerung von 17 %. Diese Veränderung ist physiologisch und darauf zurückzuführen, dass die Datenerhebung verbessert wurde, was einen umfassenderen und kompletteren Kontextüberblick ermöglicht. Zudem kamen die SF6-Werte der Gesellschaft Edyna hinzu, und es wurde eine Auffüllung im Alperia-Green-Power-Werk in Marling durchgeführt, die den Wert ansteigen ließ. Die Erhöhung der Emissionen ist zudem auf die erhöhte Nutzung von Dieselkraftstoff während des außergewöhnlich starken Schneefalls im vergangenen November zurückzuführen. 

Es wird darauf hingewiesen, dass NOx und SOx das Klima, Ökosysteme, Lebensräume, die Landwirtschaft sowie die Gesundheit von Mensch und Tier beeinträchtigen und zu einer Verschlechterung der Luftqualität sowie zu einer Übersäuerung der Atmosphäre führen. Diese Emissionen aus Verbrennungsprozessen treten bei den Geschäftstätigkeiten von Alperia aber lediglich zu einem Bruchteil auf. Außerdem wurde in einer umfassenderen Analyse der Gruppe festgestellt, dass keinerlei weitere Tätigkeiten identifizierbar sind, die zum Ausstoß anderer klimaverändernder Gase führen. Unter Berücksichtigung des extrem hohen Anteils an erneuerbarer Energie, der von Alperia eingesetzt wird, ergibt sich eine Treibhausgasintensität von insgesamt 0,03 t CO2e/MWh. Auch wenn die Emissionen in absoluten Werten gestiegen sind, ist die Intensität gegenüber den Werten von 2018 unverändert geblieben (0,03 t CO2e/MWh).

Schließlich erhielt Edyna, unsere Verteilungsgesellschaft, 2019 eine Anbindung an die Fernwärme. Sie wurde damit als erste Gruppengesellschaft an diese innovative und umweltfreundliche Form der Wärme angeschlossen.

direkte und indirekte co2-emissionen

Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen (t CO2e)

total emissions market based

Green Mobility zur Reduzierung der Emissionen 

2019 führte Alperia eine Mobilitätsstudie durch, um zu verstehen, wie die Green Mobility unter den Mitarbeitern gefördert werden kann. An der Analyse beteiligten sich circa 30 % aller Alperia-Mitarbeiter, indem sie einen Intranet-Fragebogen ausfüllten. Die Auswertung der erhobenen Daten ergab Folgendes: 50 % der befragten Mitarbeiter begeben sich mit dem Pkw (40 %) oder dem Motorrad (10 %) zur Arbeit, 40 % mit dem Fahrrad (32 %) oder zu Fuß (8 %) und 10 % mit dem Bus (6 %) oder der Bahn (4 %). Mit einem Zuschuss zu den aufgewandten Kosten wären 71 % der Befragten motiviert, das Fahrrad zu nutzen, 67 % würden öfter die öffentlichen Verkehrsmittel in Anspruch nehmen und 26 % würden Carpooling den Vorzug geben. Aus der Studie ergaben sich zahlreiche Empfehlungen seitens der Mitarbeiter, z. B. E-Bike-Ladestationen, Kits/Werkzeuge für kleine Wartungsarbeiten und das Aufblasen von Reifen an den Standorten, Zuschüsse für den Kauf/die Miete von E-Bikes, Zuschüsse für öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing und/oder Bike-Sharing usw. Schon 2018 begann Alperia, den betrieblichen Fuhrpark mit einigen Elektro- und Hybridfahrzeugen auszustatten. Im Dezember 2019 wurde die symbolische Ziffer von 100 umweltfreundlichen Fahrzeugen erreicht, dank derer sich die Mitarbeiter fortbewegen können, ohne Emissionen zu erzeugen: 91 Elektrofahrzeuge, 11 Hybridfahrzeuge und 1 Wasserstoff-Fahrzeug. Ziel ist es, bis Ende 2020 über 120 Elektro-/Hybridfahrzeuge zu verfügen, deren Zahl bis Ende 2021 auf 170 steigen soll, d. h. auf 50 % des elektrifizierbaren Alperia-Fuhrparks. All diese Fahrzeuge werden mit 100 % erneuerbarer Energie aufgeladen, die in den Wasserkraftwerken der Gruppe produziert wird. Mit Blick auf die Zahlen besteht die Möglichkeit, dass das Ziel auch schon früher als geplant erreicht wird. Auf diese Weise kann eine signifikante Reduzierung der Umweltbelastung durch den Verkehr erzielt werden, was sowohl der Luftqualität als auch der Lärmbelastung zugutekommt. Ab 2020 werden neue Maßnahmen unterschiedlicher Art implementiert, die die Entwicklung der Green Mobility auch auf der Strecke zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsplatz fördern. Schließlich wird darauf hingewiesen, dass Alperia bereits jetzt seinen Mitarbeitern für die dienstliche Fortbewegung herkömmliche Fahrräder und E-Bikes zur Verfügung stellt. 

Meran: der neue emissionsbewusste Alperia-Standort 

Das Augenmerk auf die Grundsätze der Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der für den Bau des neuen Alperia-Standorts in Meran veröffentlichten Ausschreibung. Den Zuschlag bei der internationalen Ausschreibung für die Planung, die von Alperia unter der Schirmherrschaft der Stiftung der nationalen Kasse für Ingenieure und Architekten Fondazione Inarcassa durchgeführt wurde, erhielt die aus dem Studio Cecchetto Mestre (Bauprojekt), dem Ingenieurbüro von Pföstl & Helfer GmbH Lana (Bozen) (Statikplanung) und Steam S.r.l. Padua (Anlagenplanung) sowie Studio Associato CZ di Paolo Ceccon Laura Zampieri Architetti (Landschaftsplanung) bestehende Bietergemeinschaft. Bei der Ausschreibung, an der mehr als 50 lokale, nationale und internationale Teams teilnahmen, wurde besonderer Wert auf die Energieeffizienz des Gebäudes gelegt, das die hochkarätigsten Energie- und Wellnesszertifizierungen anstrebt (eingehalten werden die Standards LEED Platinum/Gold, KlimaHaus, WELL und KlimaHaus Work and Life). Die Gebäudeplanung erfolgt mit Lösungen, die auf Nachhaltigkeit, Gebäudetechnik und Smart Living ausgerichtet sind. Die Bereiche werden flexibel und in den gegenwärtigen und zukünftigen Kontext der Stadt integriert sein. Die Architektur wird von der Landschaft inspiriert und macht Anlehnungen an ihre wesentlichen Elemente wie Wasser und Natur, die grundlegend für die Alperia-Unternehmensphilosophie sind. In der Ausschreibung wurde der Bau von Gebäuden gefordert, die symbolträchtig und wiedererkennbar sind und in gewisser Weise wesentliche Elemente wie Wasser und Hängegärten aufgreifen. Ziel ist es, das erste Mosaiksteinchen eines urbanen Parks zu schaffen, der die Umgebung nach umweltfreundlichen Aspekten neu gestaltet. 

Gemäß den Projektvorgaben sind die Alperia- und Edyna-Gebäude voneinander getrennt, kommunizieren jedoch miteinander im Untergeschoss, in dem eine Tiefgarage untergebracht werden soll. Dieses trägt zudem ein großes Wasserbecken, in dem sich die Gebäude spiegeln und scheinbar auf dem Wasser schweben. Die Alperia-Büros befinden sich in der Mitte in einem 22 m hohen Gebäude mit ellipsenförmigem Grundriss, das – mittels eines Laufstegs, der über den Wasserspiegel führt – als Dreh- und Angelpunkt für die ganze Komposition fungiert. Das Edyna-Gebäude wird wesentlich niedriger sein. Es wird teils unterirdisch mit einem Fußgängerzugang vom „Straßenpark“ angelegt. Darüber zieht sich eine grüne Bedachung mit einem hängenden Garten zur gemeinschaftlichen Nutzung; neben den typischen Sträuchern des subalpinen Gürtels wie Wacholder und Latschenkiefern finden sich dort Wiesen und ein Felsengarten. 

Die Bauarbeiten werden 2021 aufgenommen. Die Übergabe der Gebäude ist für 2023 geplant. Am neuen Sitz werden circa 300 Mitarbeiter von verschiedenen Gesellschaften der Alperia Gruppe in Büros, Technikbereichen und Edyna-Lagern tätig sein. Das für das gesamte Bauwerk genehmigte Budget beträgt circa 25 Mio. Euro (ohne MwSt.).  

Im Lauf des Jahres 2019 vergab Alperia auch die Planung für den neuen Alperia-Greenpower-Sitz in der Claudia-Augusta-Straße in Bozen. Auch in diesem Fall wurde größter Wert auf die Steigerung der Energieeffizienz und den Wohnkomfort gelegt. Ziel war es, dieselben Zertifizierungen wie für den Standort in Meran zu erreichen. 

Lärmbelastung 

Alperia setzt sich nicht nur dafür ein, die auf seinen Tätigkeiten basierenden CO2-Emissionen zu reduzieren, sondern auch den von seinen Anlagen erzeugten Umgebungslärm. Dafür wurde 2019 in Kardaun ein Transformator mit geringerer Lärmbelastung eingebaut. Weitere Informationen zu diesen Themen sind in den EMAS-Erklärungen von Alperia Greenpower und Alperia Vipower (Stand 2019) und auf der Website www.alperiagroup.eu verfügbar. Die gemessenen akustischen Werte der Fernheizwerke liegen unter der in den geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Grenzen. 

 

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, den Klimaplan 2050 des Landes Südtirol zu unterstützen, indem wir unsere Treibhausgasemissionen reduzieren.

Operative Ziele2019 durchgeführte
Maßnahmen
2019 geplante
Maßnahmen
(Neue)
Fristen
KPIZielwertWert 2019

Erstellung eines Berichterstattungssystems über Treibhausgasemissionen auf Gruppenebene
Gestartetes Projekt zur Verbesserung der Berichterstattung über Treibhausgasemissionen auf Gruppenebene
  • Implementierung einer regelmäßigen Überwachung bezüglich der Treibhausgase
  • Definition eines Ziels zur Verringerung der Emissionen auf Gruppenebene
2017-2021
(laufend)
   
Reduzierung der betriebsinternen EmissionenDurchführung einer Umfrage zur Green Mobility unter den Mitarbeitern und Sammlung der gewonnenen Empfehlungen, um durch das Engagement der Mitarbeiter eine Reduzierung der Emissionen auch im Betriebsalltag zu erreichenImplementierung von Maßnahmen zur Förderung einer umweltfreundlicheren Mobilität bei den Mitarbeitern2020-2023
(laufend)
---
Reduzierung der betriebsinternen EmissionenMachbarkeitsstudie für BiogasBewertung der Möglichkeit zur Nutzung von Biogas2021
(laufend)
   

Reduzierung der Emissionen im Bereich „Wärme und Dienstleistungen" durch die Anwendung umweltfreundlicher Technologien und Optimierungen
  • Bau einer Biomasseanlage in Meran und Reduzierung der Emissionen durch die Umstellung von Gas auf Biomasse
  • Anschluss von Edyna an die Fernwärme
  • Bau einer Biomasseanlage in Meran und Reduzierung der Emissionen durch die Umstellung von Gas auf Biomasse
  • Wärmerückgewinnung aus einer Biomasseanlage in Meran
2017-2021
(laufend)
CO2-Intensität
(t CO2 eq/MWh produzierte Energie, brutto)
-0,03

Umstellung von 50 % des Fuhrparks auf emissionsfreie Elektrofahrzeuge in 3 Jahren
Erreichen des Ziels von 100 betrieblichen Elektro- oder HybridfahrzeugenBeschleunigung des Plans für die Elektromobilität: Die Umstellung des Fuhrparks wird beschleunigt, um bis Ende 2020 über 120 Elektro-/Hybridfahrzeuge zu verfügen und bis Ende 2021 über 170.2017-2021
(laufend)
Zahl der Elektrofahrzeuge im Fuhrpark120 Elektro-/Hybridfahr-zeuge bis Ende 2020, 170 bis Ende 2021110