Asset Integrity

{ GRI EU21 }

Weniger Risiken und mehr Nachhaltigkeit

Jedes Jahr produziert Alperia durchschnittlich mehr als 4.700 GWh saubere Energie mit 34 großen, mittleren und kleinen Wasserkraftwerken, die seiner Leitung und Koordinierung unterliegen (und 5 Werken, die sich nicht mehrheitlich im Besitz von Alperia befinden). Diese Anlagen umfassen 13 große Stauanlagen, 16 kleinere Stauanlagen, 160 km Stollen und 21 km Druckrohrleitungen. Es handelt sich um komplexe und sensible Infrastrukturen, die wir stabil, sicher und effizient halten wollen. Aus diesem Grund planen und führen wir eine ständige Überwachung und Instandhaltung in Übereinstimmung mit den geltenden Rechtsvorschriften und den Vorschriften der Aufsichtsbehörden durch. 2020 investierte Alperia insbesondere 32.333.000 Euro in Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagenleistung in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz. Dank dieser Tätigkeiten betrug die Anlagenverfügbarkeit im Jahr 2020 88,88 % (im Jahr 2019 waren es 86,43 %), womit das geplante Ziel erreicht wurde.

Das Risiko von Umweltzwischenfällen verringern

Edyna ersetzt Mineralöltransformatoren durch Pflanzenöltransformatoren, um das Risiko von Umweltzwischenfällen zu verringern. Der Brennpunkt des Fluids ist um das Zweifache höher als der von Mineralöl. So wird die Brandgefahr im Vergleich zu den gegenwärtig genutzten Mineralölen deutlich reduziert. Pflanzenöl ist weder für den Menschen noch für die Umwelt gefährlich, es kann wiederverwendet werden und ist biologisch abbaubar. Edyna kauft seine Pflanzenöltransformatoren in Italien, nachdem sie strengen Kontrollen unterzogen wurden, um sicherzustellen, dass sie bestimmte technische Eigenschaften erfüllen. Vorrang gegeben wird beim Ersatz Naturschutzgebiete wie Naturparks oder Bereichen, in denen im Umkreis von 15 m Flüsse und/oder Bäche fließen.
2020 ereigneten sich zwei Umweltzwischenfälle (ein mutmaßliches Gasleck und eine Gefahrensituation mit potenzieller Bodenverschmutzung). Keiner von diesen wirkte sich jedoch negativ auf die Umwelt aus.

Sicherheit unserer Stauanlagen

Der Betrieb und die Instandhaltung von großen Stauanlagen unterliegen per Gesetz der Kontrolle durch das Technische Amt für Stauanlagen in Venedig (Ufficio Tecnico per le Dighe di Venezia), das zur Generaldirektion Stauanlagen (Direzione Generale Dighe) des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr gehört. Im Datenblatt Bestimmungen für Betrieb und Instandhaltung von Stauanlagen sind die Modalitäten für den Betrieb genau geregelt und die Parameter für die Kontrollen und die Häufigkeit der Messungen angegeben.

Jede große Stauanlage (mit einem Stauziel von mehr als 1 Mio. m³ Wasser und/oder einer Stauanlagenhöhe von mehr als 15 m) verfügt über ein von der Autonomen Provinz Bozen erstelltes Zivilschutzdokument sowie über einen internen Betriebsablauf, in dem festgelegt ist, wie sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei außergewöhnlichen Ereignissen zu verhalten haben. Zweimal jährlich führen die Funktionäre der Generaldirektion Stauanlagen (Direzione Generale Dighe) des Ministeriums für Infrastrukturen und Verkehr Inspektionsbesuche zusammen mit dem von Alperia Greenpower ernannten leitenden Ingenieur oder seinem Stellvertreter durch. Für die Kontrolle der kleineren Stauwerke ist dagegen das Amt für Hydrologie und Stauanlagen der Autonomen Provinz Bozen zuständig. Dessen Funktionäre führen in Begleitung des von Alperia Greenpower beauftragten Technikers Inspektionen durch, die in der Regel jährlich stattfinden.

Die allgemeinen Kriterien für den Umgang mit Hochwasserereignissen sind in einem Betriebsverfahren von Alperia Greenpower mit der Bezeichnung „Hochwassermanagement – große Stauanlagen“ angegeben. Der Betrieb der Speicher stellt während der Hochwasseranstiegsphase sicher, dass die Wassermengen, die talwärts der Stauanlagen abfließen, geringer sind als jene, die in die Speicher einfließen, bzw. jenen höchstens gleichen. Bei abnehmendem Hochwasser sind die Wassermengen talwärts der Stauanlagen immer geringer als die in der Anstiegsphase erreichten Höchstmengen. Die Stauanlagen tragen somit dazu bei, Hochwasserphänomene zu verzögern oder abzuschwächen und die durch die natürlichen Strömungen verursachten etwaigen Schäden teilweise zu reduzieren. Die Entwicklung des Phänomens wird kontinuierlich vom Personal der Netzleitstelle in Kardaun überwacht, an die alle an den Anlagen einschließlich Stauanlagen erfassten Daten übermittelt werden. Bei größeren Wetterereignissen sorgt Alperia Greenpower für eine verstärkte Kontrolle der Stauanlagen mit technischem Fachpersonal.

Die erste Phase eines Hochwasserereignisses wird nicht als Notfall angesehen, da die Stauanlagen in der Lage sind, die abfließenden Wassermengen im Vergleich zu den Zuflüssen zu verzögern oder zu reduzieren (Lamination). Der Bevölkerung wird somit eine höhere Sicherheit garantiert, und die zerstörerischen Auswirkungen der Wassermengen auf das Ökosystem der unmittelbar unter der Stauanlage liegenden Territorien werden begrenzt.
Bei Hochwasserereignissen werden Echtzeitdaten zu Stauhöhe, abfließender und abgeleiteter Wassermenge aus den von Alperia Greenpower betriebenen großen Stauanlagen an die Einsatzzentrale des Zivilschutzes der Autonomen Provinz Bozen übermittelt.

Auch unter normalen Betriebsbedingungen sind die Stauanlagen mit einem umfangreichen automatischen Überwachungssystem ausgestattet, ergänzt durch Messungen und Kontrollen, die von Aufsichtspersonal durchgeführt werden, das auch ohne telefonische Rücksprache fachlich qualifiziert und berechtigt ist, die Ablaufeinrichtungen zu betätigen. Alperia Greenpower sorgt für regelmäßige Schulungen des für das Hochwassermanagement zuständigen Personals und führt in Zusammenarbeit mit den örtlichen Zivilschutzkräften Übungen durch. Etwa die Hälfte der 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Alperia Greenpower ist für die Kontrolle und Instandhaltung der Stauanlagen und aller elektromechanischen Komponenten der einzelnen Wasserkraftwerke zuständig.

Um die Sicherheit unserer hydraulischen Infrastruktur zu erhöhen, entwickeln wir auch viele innovative Projekte in Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen: Insbesondere arbeiten wir an Projekten mit Fieldbox, Sentetic und Hydrosim 4.0, die jeweils Folgendes betreffen: die Anwendung von Software für künstliche Intelligenz und Machine Learning, um Störungen zu vermeiden, die Lebensdauer der Anlagen zu erhöhen und die Instandhaltungskosten zu optimieren, die Anwendung von Sensoren, die normalerweise im Straßensektor verwendet werden, auf Wasserbauten und die Einführung eines Simulators zur Verbesserung des aktiven Managements von Hochwasserereignissen.

Vorwurf der Missachtung der Restwassermengenfreisetzung am Werk in Glurns

2020 erhielt Alperia eine Beschwerde vom Landesamt für nachhaltige Gewässernutzung aufgrund eines Berichts der Forstpolizei von Mals, die mit einer Geldstrafe von etwa 40.000 Euro verbunden war. Der Bericht bezieht sich auf die Restwassermenge eines kleinen Wasserlaufs in Glurns im Oberen Vinschgau, wurde aber von Alperia sowohl in förmlicher Hinsicht angefochten, d. h. in Bezug auf die Vorgehensweise (es gab kein kontradiktorisches Verfahren, zum Augenschein wurden keine Alperia-Experten hinzugezogen, und es wurden keine genauen Messungen durchgeführt), als auch in Bezug auf die festgestellte Menge, die nach Ansicht von Alperia Ungereimtheiten aufwies. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegen Alperia keine Neuigkeiten seitens des für diese Beschwerde zuständigen Landesamts vor. 

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, für unsere Anlagen maximale Sicherheit zu garantieren und das Personal, die Bevölkerung und die umliegenden Gebiete zu schützen.

Operative Ziele2020 durchgeführte Maßnahmen2020 Geplante Maßnahmen(Neue)
Fristen
KPIZielwertWert Jahr 2020Status
Festlegung eines KPI für Asset Integrity auf Gruppenebene- Umweltpannen-2, aber nicht signifikant 
Entwicklung eines sicheren, stabilen Kommunikationsnetzes bei schweren Notfällen mit dem Landeszivilschutz* Kauf und Inbetriebnahme von ortsfesten und tragbaren Funkgeräten mit Tetra-Technologie, die an das Zivilschutzsystem der Autonomen Provinz Bozen angebunden sind. Diese werden an die verschiedenen Business Units verteilt, die zum Management kritischer Infrastrukturen beitragen oder dafür verantwortlich sind ---