Ökonomische Entwicklung

{ GRI 201-1, 203-1, 302.4, 203.1, 102.12 }

Nach dem Strategieplan 2017–2021 strebt Alperia ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum an, das durch eine moderate Verschuldung, einen stabilen Wert der Gruppe und das Generieren eines Cashflows geprägt ist, der wichtige Investitionen und die jährliche Ausschüttung von Dividenden an die Gesellschafter ermöglicht.

Risikomanagement

RisikoManagementmethode
Risiko, die Widerstandsfähigkeit der Alperia Gruppe für mögliche zukünftige Szenarien nicht zu erhöhen, indem keine Ziele bezüglich der bevorstehenden klimatischen Veränderungen in die Strategiepläne aufgenommen werden.Wir möchten bereit sein, den Klimaveränderungen die Stirn zu bieten und die Widerstandsfähigkeit der Gruppe zu erhöhen. Dafür nehmen wir in unsere Strategiepläne Ziele auf, die direkt mit diesem Thema verbunden sind, und diversifizieren unseren Geschäftsbetrieb, indem wir uns zunehmend auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen verlegen.
Risiko, die strategischen Ziele zur Weiterentwicklung der Infrastrukturen und zur Entwicklung der Smart Region aufgrund eines nicht angemessenen Managements der Kooperationen für Innovation und technologische Entwicklung nicht zu erreichen.Um zur Realisierung einer Smart Region Südtirol beizutragen, fördern wir die Zusammenarbeit mit wichtigen Forschungseinrichtungen, um neue Lösungen für intelligente Netze zu entwickeln.
Risiko, keinen Mehrwert für alle Stakeholder zu schaffen und die Umwelt- und Sozialleistungen nicht wirksam mitzuteilen, mit entsprechender ungünstiger Wahrnehmung seitens der Verbraucher, Investoren und sonstiger Stakeholder im Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen.Wir streben eine effiziente Kommunikation mit den Stakeholdern und Kunden an, sodass jede ungünstige Wahrnehmung in Verbindung mit Nachhaltigkeitsthemen vermieden wird.
Risiko, die aus dem Konzessionsvertrag erwachsenden Umweltverpflichtungen bzw. die Ausgabenverpflichtungen nicht zu erfüllen, mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Verbesserung der Umgebung und die Zufriedenheit der Gemeinschaften der Anrainergemeinden.Wir möchten den Wohlstand der Anrainergemeinden gewährleisten. Dafür bauen wir umweltfreundliche Anlagen zur öffentlichen Nutzung, lancieren entsprechende Projekte, beziehen die Gemeinschaften der Anrainergemeinden direkt mit ein und erfüllen alle Verpflichtungen, die gemäß den gesetzlichen Bestimmungen auf Landesebene vorgesehen sind.
Risiko, keinen Mehrwert für Südtirol in den gemäß der Unternehmensstrategie vorgesehenen Bereichen zu schaffen: Arbeitsplätze, lokale Steuern und soziales Engagement.Unser Ziel ist es, im Lauf von 5 Jahren einen Mehrwert von 1,2 Mrd. Euro für Südtirol zu generieren. Dafür handeln wir strategisch, um die lokale Wirtschaft mit Abgaben, der Schaffung von Arbeitsplätzen und sozialem Engagement zu fördern.

2019 haben wir die Diversifizierung der Tätigkeiten sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf geografischer Ebene weitergeführt, mit dem Ziel, vor allem in Norditalien zu expandieren und die Umweltfreundlichkeit unseres Geschäftsbetriebs zunehmend zu stärken. Auf diese Weise wollen wir dafür sorgen, dass die Finanzergebnisse immer weniger dem Risiko der Preisschwankungen und dem Produktionsrisiko ausgesetzt sind, welche den Markt der Energie aus Wasserkraft prägen. Entsprechend möchten wir mittel- und langfristig für ganz Südtirol einen signifikanten finanziellen Wert schöpfen. Hinzu kommen die indirekten Auswirkungen durch die im Strategieplan für die nächsten Jahre vorgesehenen Investitionen, die der Entwicklung von Infrastrukturen und der Smart Region gewidmet sind und mit denen Alperia einen bedeutenden Beitrag zur Schaffung eines innovativen und digitalen Südtirol leistet. Um diese Ziele zu erreichen, hat Alperia zahlreiche Investitionen zur Modernisierung seiner Infrastrukturen und zur Steigerung des Verkaufs von Green Gas und Green Energy geplant. 

Die Maßnahmen zum Erreichen der Ziele des Strategieplans 2017–2021 sind mit den entsprechenden Aktualisierungen auf der Website der Gesellschaft unter der Adresse www.alperiagroup.eu im Bereich News abrufbar.

Ökonomischer Mehrwert

Die von Alperia 2019 erwirtschafteten Erlöse in Höhe von mehr als 1,5 Mrd. Euro (+23 % gegenüber 2018) wurden zum größten Teil, d. h. in Höhe von circa 1,3 Mrd. Euro, genutzt, um die Betriebskosten zu decken. Über 235 Mio. Euro wurden Südtirol in Form von direktem Mehrwert zugeführt (+6 % gegenüber 2018), davon gingen 78 Mio. Euro in Form von Steuern, Umweltfonds, Konzessionsgebühren und kostenlos dem Land geliefertem Strom an öffentliche Körperschaften, 69 Mio. Euro wurden als Entlohnung und Sozialleistungen für die Mitarbeiter bezahlt, 1,7 Mio. Euro flossen in Form von Sponsoring und Spenden ins lokale Umfeld ein. An die Aktionäre wurden 2019 26 Mio. Euro an Dividenden ausgeschüttet (+8 % gegenüber 2018). An Südtiroler Unternehmen wurden schließlich Aufträge für circa 60 Mio. Euro vergeben (+12 % gegenüber 2018). Der ökonomische Mehrwertkommt indirekt dem gesamten Territorium zugute: Mittels der abgeführten Steuern und Abgaben sowie der ausgeschütteten Dividenden können die politischen Institutionen zahlreiche öffentliche Leistungen zum Vorteil der Bevölkerung finanzieren.

mehrwert für Südtirol (2019)
investitionen (2019)

Sozialverantwortung 

Auch 2019 hat Alperia 100.000 Euro für wohltätige Zwecke gespendet. Die Begünstigten wurden an zwei verschiedenen Terminen vom Vorstand ausgewählt. An Weihnachten verzichteten die Alperia-Mitarbeiter auf Geschenke vom Betrieb und spendeten stattdessen Südtiroler Vereinen und Organisationen einen Betrag von insgesamt 25.000 Euro. Die Mitarbeiter selbst schlugen die Vereine vor, an welche die Spenden gehen sollten. Aus den über 50 eingegangenen Vorschlägen wählte die Direktion die folgenden 4 Vereine aus, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal von Alperia unterstützt wurden: 

  • Puppy Walker ODV (www.puppywalkerselvazzano.it): Dieser Verein widmet sich mit der Auswahl, Erziehung und Ausbildung von Blindenhunden sowie Assistenzhunden für Personen mit verschiedenen Einschränkungen bzw. Krankheiten wie Diabetes, Autismus oder motorischen Behinderungen.
  • Fondazione IEO-CCM: Diese Stiftung unterstützt die Forschungen des Istituto Europeo di Oncologia e Centro Cardiologico.
  • Onlus Kinderkrebshilfe Südtirol „Regenbogen“: Dieser Verein hilft krebskranken Kindern und deren Familien (kinderkrebshilfe.it).
  • Tierheim Obervintl: Dieses Tierheim gibt verlassenen, streunenden oder kranken Haustieren ein Zuhause und sorgt für deren Pflege (www.tierheim-obervintl.it).  

Die Vereine dankten Alperia und seinen Mitarbeitern für die Spenden, mit welchen verschiedene ehrenamtliche Initiativen unterstützt werden können.

Investitionen in Infrastrukturen

Um eine sichere und zuverlässige Energieversorgung zu garantieren, wurde auch 2019 das Investitionsprogramm zur Modernisierung der Infrastrukturen fortgesetzt. Alperia hat Investitionen in Höhe von 400 Mio. Euro über 5 Jahre geplant, um diese Infrastrukturen auch für den Notfall oder Störungen widerstandsfähiger und zuverlässiger zu machen.

2019 wurden 104 Mio. Euro investiert. Dieser Betrag kommt zu den in den 3 Vorjahren investierten 216 Mio. Euro. Von diesen Mitteln flossen 40 % in die Verteilnetze, 28 % in die Produktion, 13 % in die Fernwärme, 9 % in die Smart Region und 10 % in IT-, Facility-, Supply- und Trading-Infrastrukturen sowie in sonstige Bereiche.

Investitionen in das Stromnetz 

Edyna, eine Tochtergesellschaft von Alperia, betreibt ein Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetz. Das Stromnetz erstreckt sich mit den entsprechenden Anlagen und Infrastrukturen über circa 8.736 km. Um flächendeckend ein leistungsstarkes und sicheres Netz zu garantieren und Stromausfälle zu reduzieren, wird jährlich in dessen Ausbau und Modernisierung investiert. Zu den wichtigsten Projekten 2019 gehörten u. a.: 

  • der Kauf von Transformatoren auf Pflanzenölbasis für die Trafokabinen und von Transformatoren mit geringer Lärmbelastung für die Umspannwerke;
  • Inspektionen von Oberleitungen und ggf. Baumschnitt (durchgeführt wurden 31 Baumschnitt-Einsätze über 20,35 km und 55 Leitungsinspektionen);
  • die unterirdische Verlegung von Kabeln oder die Verwendung von spiralförmig gewickelten Kabelsträngen, die – auch wenn sie von einem Blitzschlag getroffen werden – keinen Stromausfall verursachen (insbesondere wurden 2 km spiralförmig gewickelte Kabelstränge eingesetzt);
  • die Stilllegung der Oberleitungen in Bruneck und im Sarntal, auf welche die Oberleitungen in Kollmann und Marling folgen werden;
  • die Montage von 3 Umspannwerken 2019 (weitere 5 sind für 2020 vorgesehen);
  • die Vereinheitlichung des Mittelspannungsnetzes von 16 kV auf 20 kV, die in Leifers bereits fertiggestellt und in Betrieb, für die Zonen Bozen und Meran hingegen noch in Planung ist;
  • der stufenweise Übergang der Netzführung von isoliertem Nullleiter zu Petersenspulen zur Erdschlusskompensation in Kardaun und am Umspannwerk in Reschen;
  • die Potenzierung der Petersenspulen in Toblach;
  • die Realisierung neuer automatischer Einrichtungen am Netz für eine optimierte Selektivität der Störungen. 

Ab 2020 werden zudem die Zähler von über 200.000 Kunden gegen Zähler der neuen Generation ausgetauscht, die sog. Smart Meter. Der Austausch betrifft das gesamte Edyna-Verteilungsgebiet, d. h. 96 Südtiroler Gemeinden. Mit den Smart-Meter-Zählern wird das Stromnetz noch intelligenter und digitaler und die Stromverteilung damit noch effizienter. Der neue Zähler ist nämlich in der Lage, den Stromverbrauch detaillierter zu messen. Die Kunden können ihren Stromkonsum unter Kontrolle halten, indem sie sich die Verbrauchskurve ihrer Wohnung anzeigen lassen, die jede Viertelstunde aktualisiert wird. Diese Informationen können eine umsichtigere Nutzung der Energie fördern und den Weg für neue technologische Entwicklungen im Bereich Energieeinsparung und Haustechnik vorbereiten. Die ersten Gemeinden, in denen die Zähler ausgetauscht werden, sind Auer, Neumarkt und Kardaun. Die von der Gesellschaft Edyna – die 2019 auch 6 neue Mitarbeiter eingestellt hat – für die Installation der Smart-Meter-Zähler geplante Gesamtinvestition beläuft sich auf über 41 Mio. Euro. 

Investitionen in die Fernwärme

2019 betrugen die Investitionen in den Bereich Fernwärme, der in Südtirol circa 2.250 Wärmetauscher umfasst, mehr als 13 Mio. Euro (91 % mehr gegenüber 2018) und betrafen:

  • die Erweiterung des Fernwärmenetzes in Meran;
  • die Erweiterung des Fernwärmenetzes in Bozen;
  • die außerordentliche Instandsetzungsmaßnahme zum Austausch der Gasturbine in Meran;
  • den Anschluss einer Vergaseranlage in Meran, welche Energie aus erneuerbaren Quellen ins Energienetz einspeist. 

Weitergeführt wird auch das Bauvorhaben für ein Biomasse-Fernheizwerk in Meran auf einem Gelände von 13.000 m2. Das Vorhaben wird 2020 realisiert. 

Investitionen in die Wasserkraft 

Wasserkraft gilt als eine der bedeutendsten erneuerbaren Energiequellen und eignet sich vor allem in einem Territorium wie Südtirol optimal zur Stromerzeugung. Alperia investiert in die Anpassung und Modernisierung der bestehenden Anlagen, sodass ein sicheres und effizientes Management dieser Ressource gewährleistet wird. 2019 betrugen die Investitionen in den Bereich Wasserkraft 30 Mio. Euro. Die wichtigsten davon betrafen: 

  • die Entwicklung von Ausbaggerungssystemen in Welsberg und Pfitsch;
  • Asset-Integrity-Maßnahmen mit Kontrollen und Installationen spezifischer Vorrichtungen zur Verbesserung der Sicherheit der Wasserbauten (Stollen, Druckleitungen usw.) im Einklang mit den Vorgaben der geltenden gesetzlichen Bestimmungen;
  • die Modernisierung des Wasserkraftwerks in St. Walburg im Ultental mit dem Austausch der beiden Aggregate zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft (Turbine und Generator), der elektromechanischen Kraftwerksgeräte und der Maschinentransformatoren;
  • die Umstellung der Kühlanlagen von einem offenen auf einen geschlossenen Kreislauf mit der Inbetriebnahme des neuen Wasserkraftwerks in St. Walburg und dem Start der Arbeiten in Kardaun. 

Im Lauf des Jahres wurden zudem die folgenden Tätigkeiten durchgeführt: 

  • Management der Wasserfassungen an den Flüssen;
  • Reinigung des Stausees in Mühlbach von Sedimenten;
  • Überwachung der Restwassermenge von 5 Anlagen.

Investitionen in die Smart Region

Smart Region – das bedeutet die Realisierung von digitalen Autobahnen, um Personen, Dinge und Fahrzeuge miteinander in Interaktion treten zu lassen, um Energie bestmöglich zu nutzen und die CO2-Emissionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Ziel ist ein Territorium mit Infrastrukturen, welche die Entwicklung von digitalen und vernetzten Gemeinschaften fördern, in denen die Mobilität elektrisch ist und in denen der Verbrauch von Primärquellen reduziert und maximal effizient gestaltet ist. Ein ehrgeiziges Programm, an dem Alperia mitwirkt, indem es u. a. auch in die Verwandlung Südtirols in eine moderne, nachhaltige und innovative Region investiert. 

Gemäß den Vorgaben des Strategieplans betragen die Investitionen in die Smart Region 88 Mio. Euro, die bis 2021 eigenfinanziert werden; zu diesen kommen weitere Projekte zur Digitalisierung der Vermögenswerte und Prozesse über 18 Mio. Euro. 2019 wurden 3,5 Mio. Euro in Alperia Bartucci (2018 waren es 2,1 Mio. Euro) und 4,3 Mio. in Alperia Fiber (gegenüber 4,6 Mio. Euro 2018) investiert.

Zu den wichtigsten Tätigkeiten des Jahres 2019 gehören:

  • Energieeffizienzberatung von mehr als 150 Unternehmen, u. a. den Pirelli-Werken in der ganzen Welt;
  • Schaffung und Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Systems für die Klimatisierung von Gebäuden (Sybil);
  • Entwicklung und Start eines neuen Geschäftsmodells für die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden;
  • Fertigstellung des Breitbandanschlusses für 3.500 Wohneinheiten in den Gemeinden Sexten, Klausen und Tirol, mit der sofortigen Aktivierung von 500 Anschlüssen an den Konnektivitätsdienst;
  • Schaffung, Entwicklung und Inbetriebnahme des IoT-Netzes (Internet of Things) in Südtirol;
  • Launch des Pilotprojekts für den Prototypenbau von vernetzten Sensoren in der Landwirtschaft zur Steigerung der Effizienz des Wasserverbrauchs;
  • Start eines Pilotprojekts zur Realisierung einer Energy Community in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Bauernbund.

Elektromobilität 

Die Dolomiti Energia Holding, Energieanbieter der Autonomen Provinz Trient, übernahm 50 % des Gesellschaftsanteils von Alperia Smart Mobility, der für Elektromobilität zuständigen Gesellschaft, was zur Gründung des Joint Venture Neogy führte. Die Tätigkeiten in Verbindung mit der Elektromobilität gehören daher nicht mehr zum Konsolidierungskreis. Ziel der Fusion ist es, die Entwicklung der Elektromobilität zu fördern und hierfür die bereits von den zwei Gesellschaften entwickelten Infrastrukturen zu nutzen: Alperia und Dolomiti Energia. Dank der Vereinigung der beiden bereits bestehenden Netze besitzt Neogy mehr als 800 Ladepunkte und hat bedeutende Investitionen geplant, um die Infrastruktur an Ladesäulen auch in anderen Zonen Italiens zu erweitern, mit der Aktivierung von öffentlichen Ladestationen und Ladepunkten bei Gewerbe- und Gastbetrieben sowie einer Vielfalt an Dienstleistungen.  

Alle Neogy-Ladestationen werden mit 100 % erneuerbarer Energie gespeist, die in den Alperia und der Gruppe Dolomiti Energia gehörenden Wasserkraftwerken erzeugt wird. Die Infrastruktur garantiert die umfassende Interoperabilität der unterschiedlichen Systeme und Kreise sowie die einfache Nutzbarkeit: Alle Ladestationen können sowohl von Kunden verwendet werden, die einen Vertrag mit der Gesellschaft oder anderen Partnerbetreibern abgeschlossen haben, als auch von Gelegenheitskunden. Ebenso können Neogy-Kunden in Italien und Europa auch die Ladeinfrastrukturen anderer vertragsgebundener Anbieter nutzen. Der potenzielle Einzugsbereich wird in einem Grenzgebiet wie Trentino-Südtirol auf 400.000 Nutzer geschätzt, wobei 30 % der monatlichen Ladevorgänge bereits heute im Roamingbetrieb erfolgen. Durch den Abschluss einer Vereinbarung mit Enel X, einer Gesellschaft der Enel-Gruppe, die sich mit der Entwicklung von Elektromobilität und digitalen Diensten beschäftigt, sowie den Partnern der europäischen Roaming-Plattform Hubject können Neogy-Kunden über 70.000 Ladesäulen in ganz Europa nutzen. Die Neogy-Ladestationen stehen dagegen 300 Elektromobilitätsanbietern zur Verfügung. Unterzeichnet wurden zudem Vereinbarungen mit lokalen Genossenschaften aus dem Trentino und der Emilia-Romagna, dank derer das Territorium mit weiteren Infrastrukturen ausgestattet werden kann.

e-mobility

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, in mehreren Bereichen einen Mehrwert für Südtirol zu schaffen, was Arbeitsplätze, lokale Steuern und soziales Engagement betrifft.

Operative Ziele2019 durchgeführte
Maßnahmen
2019 geplante
Maßnahmen
(Neue)
Fristen
KPIZielwertWert 2019
Investitionen von 400 Mio. Euro über 5 Jahre in das Kerngeschäft
  • Investitionen in Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagenleistung in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz
  • Investitionen in Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagenleistung in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz
2017-2021Investitionen (EUR)400 Mio105 Mio

1,2 Mrd. Euro Mehrwert für Südtirol in 5 Jahren 
  • Schöpfung von lokalem Mehrwert (Zahlungen an Behörden, z. B. Umweltfonds, Vergütungen für Mitarbeiter und Zulagen, Beauftragungen von lokalen Unternehmen, Sponsoring, Spenden und Dividendenzahlungen an örtliche Gesellschafter) 
  • Schöpfung von lokalem Mehrwert (Zahlungen an Behörden, z. B. Umweltfonds, Vergütungen für Mitarbeiter und Zulagen, Beauftragungen von lokalen Unternehmen, Sponsoring, Spenden und Dividendenzahlungen an örtliche Gesellschafter)
2017-2021 (laufend)Lokaler wirt-schaftli-cher Mehrwert
(EUR)
1,2 Mrd236 Mio

Bewertung der Kooperationsmöglichkeiten für die Integration von Migranten in Südtirol
  • Treffen mit Sozialvereinen, um Kooperationsmöglichkeiten zu erforschen (z. B. Corporate Volunteering, Praktika) 
  • Mitarbeit am SPRAR-Projekt (Schutzsystem für Asylbewerber und Flüchtlinge), in dessen Rahmen die Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen in kleinen Wohneinheiten in Südtirol vorgesehen ist, mit der Bereitstellung von 2 Gebäuden:
  • in Barbian, wo im März 2019 17 Personen aufgenommen wurden, mit dem Ziel insgesamt 25 Asylbewerber aufzunehmen;
  • in Naturns, wo Alperia Greenpower der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt ein Gebäude zur vorübergehenden Aufnahme von kleinen Migrantengemeinschaften zur Verfügung stellte. Der Mietvertrag gilt bis zum 31. Dezember 2020.
2020 (laufend)---

Ausbau des Ultrabreitbands und Einrichtung eines Netzwerks für den Zugriff auf das Internet of Things in Südtirol
Erweiterung des Glasfasernetzes mit
  • dem Anschluss der Anlagen von Greenpower und Edyna,
  • dem Breitbandanschluss für 3.500 Wohneinheiten in den Gemeinden Sexten, Klausen und Tirol mit der Aktivierung von 500 Anschlüssen
Zusätzliche Erweiterung des Glasfasernetzes 2017-2021Zahl der an das Ultrabreitbandnetz angeschlossenen Haushalte3.500526
(fortlaufend)

Förderung der Zusammenarbeit zur Entwicklung einer innovativen und intelligenten Infrastruktur 
  • Implementierung des Projekts Smart Edyna mit Aktivierung der Bereiche Smart Water, Smart Vehicle, Smart Lighting und Smart Access
  • Entwicklung des Pilotprojekts Smart Land mit der Installation von 100 Feuchtigkeitssensoren auf den Feldern von 60 Südtiroler Obst- und Weinbauern
  • Weiterführung des Projekts Smart Edyna mit der Aktivierung des Bereichs Smart Waste
  • Weiterführung des Projekts Smart Land mit der Überwachung der Ergebnisse
2017-2021
(laufend)
Zahl der installierten Sensoren-100 (fortlaufend)

Aktive Mitwirkung an Forschungsprojekten zur Entwicklung neuer Lösungen für intelligente Netze
  • Abschluss des Projekts SmartNet zur Speicherung von aus erneuerbaren Quellen erzeugtem Strom und des Projekts Smart City (2018 abgeschlossen)
  • Implementierung der Forschungsprojekte Storage4Grid (wird 2020 abgeschlossen) zur Elektromobilität und FlexiGrid (2019 gestartet), dessen Ziel es ist, das Stromnetz sicherer, zuverlässiger, nachhaltiger und innovativer zu gestalten. Am letztgenannten Projekt war ein Teststandort im Sarntal beteiligt.
  • Weiterführung des europäischen Forschungsprojekts Storage4Grid, dessen Ziel es ist, die zukünftige Nachfrage nach Elektromobilität für Haushalte und Gewerbe/Industrie zu bewerten und die Verbreitung von Speichertechnologien zwischen dem Niveau des Verteilnetzes und dem Niveau des Endverbrauchers anhand der Entwicklung einer neuen ganzheitlichen Methode zur Modellierung, Planung, Integration sowie für das Management und die Bewertung von Systemen zur Speicherung des verteilten Stroms zu erhöhen. 2 Beispiele für Speichersysteme sind bereits am Edyna-Parkplatz installiert. 
  • Weiterführung des Forschungsprojekts FlexiGrid, das zur Entwicklung von Trafokabinen „der Zukunft“ mit dem Einsatz von Smart Meters der neuen Generation führt.
2017-2021
(laufend)
Zahl der abgeschlossenen Projekte32

Eine der wichtigsten Vereinbarungen ist jene mit Jaguar Italia zur Installation von 10 Hyperchargern. Hypercharger sind Schnellladestationen, die das Südtiroler Unternehmen alpitronic entwickelt hat. Die Ladesäule erreicht eine Leistung von 150 kW. Dies übersteigt die Leistung der normalen Fast-Ladesäulen um das 3-Fache. In Zukunft soll eine Leistung von 300 kW erreicht werden, wodurch ein Fahrzeug in weniger als einer halben Stunde aufgeladen werden kann. Die Besonderheit des Hyperchargers ist dessen Modularität: Die Säule kann zuerst mit einer niedrigeren Leistung installiert werden, die durch das Hinzufügen von Modulen gesteigert werden kann. Um das Fahrzeug aufzuladen, müssen die Kunden einfach nur ihre Kundenkarte oder die Smartphone-App nutzen. Mittels eines innovativen Softwaresystems, das zusammen mit Siemens Italia entwickelt wurde, können die Ladestationen auch mit einer Zahlung direkt vor Ort per Kreditkarte oder PayPal genutzt werden. Gestartet wurden zudem einige Testkooperationen mit Unicredit für die Entwicklung der unternehmensinternen Mobilität und mit dem Multiutility-Unternehmen Acea Roma, das 20 Neogy-Charger anforderte.

Neogy nimmt zudem an 3 europäischen Projekten teil: 

Storage4Grid

Dabei handelt es sich um ein Forschungs- und Innovationsprojekt, das vom Programm Horizon 2020 der Europäischen Union finanziert wird. Alperia wirkt an diesem mit der Abteilung Technik und mit der Gesellschaft Edyna mit. Durch die Umsetzung eines realen Szenarios wird mit dem Projekt beabsichtigt, die zukünftige Nachfrage nach Elektromobilität für Haushalte und Gewerbe/Industrie zu bewerten und die Verbreitung von Speichertechnologien zwischen dem Niveau des Verteilnetzes und dem Niveau des Endverbrauchers zu erhöhen. Dies erfolgt anhand der Entwicklung einer neuen ganzheitlichen Methode zur Modellierung, Planung, Integration, Verwaltung und Bewertung von Speichersystemen für verteilte Energie. 2 Beispiele für Speichersysteme sind bereits am Edyna-Parkplatz installiert. 

Mobster

Ziel des von der Europäischen Union finanzierten Projekts, dessen federführender Projektpartner für Italien das Institut Eurac Research in Bozen ist, ist die Erhöhung der Attraktivität von Grenzgebieten mit hohem Tourismusaufkommen. Angestrebt werden die erhöhte Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die Reduzierung der CO2-Emissionen und die Entwicklung eines Ladenetzes, das in der Lage ist, die Nutzung von E-Fahrzeugen populärer zu machen. Mobster konzentriert sich auf drei Gegenden: Südtirol, Verbano-Cusio-Ossola und den Kanton Tessin. 

LIFE

Ziel des europäischen Projekts ist es, bis 2025 die Nutzung von Pkws und sonstigen Fahrzeugen mit 0 Emissionen zu verbreiten. Das LIFE-Projekt ist in fünf Maßnahmenbereiche gegliedert: Der erste betrifft die Verbreitung von emissionsfreien Fahrzeugen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Verkehr. Der zweite Schwerpunkt bezieht sich auf die Versorgungsinfrastrukturen mit 33 neuen Ladesäulen für E-Autos und 5 Wasserstofftankstellen in Bozen, Meran, Bruneck, dem Vinschgau und an der A22. Bozen, Bruneck, Meran und der Vinschgau wurden zudem als Zonen ausgewählt, in denen eine Flotte von Null-Emissions-Fahrzeugen im privaten und öffentlichen Verkehr getestet werden soll. Die zwei weiteren Maßnahmenbereiche des Projekts betreffen dagegen Marketinginitiativen und die Verbreitung von Know-how. Partner des LIFE-Projekts sind Alperia, das Vinschgauer Energiekonsortium, die Stadtwerke Bruneck sowie die STA (Südtiroler Transportstrukturen AG, Eurac, A22 und SASA), die auch mit der Koordination der Initiative beauftragt wurde. Insgesamt beläuft sich die in Südtirol geplante Investition auf rund 22,6 Mio. Euro: 7,9 Mio. stammen aus europäischen Fonds, circa 7 Mio. werden vom Land Südtirol bereitgestellt, die restlichen 7,8 Mio. werden von den Partnern getragen. Die Dauer des Projekts, das offiziell am 1. Januar 2019 gestartet ist, beträgt 8 Jahre.

Gegenwärtig gibt es in Südtirol ungefähr 230 öffentliche Ladestationen, das sind 130 mehr als im Vorjahr. Ende 2019 waren 400.000 entnommene kWh (doppelt so viel wie 2018), 2.273.000 gefahrene Kilometer sowie eine CO2-Einsparung von 400.000 kg zu verzeichnen (gegenüber 1.100.000 km und 200.000 kg im Jahr 2018). 

Entwickelt wurde zudem eine Co-Marketingkampagne mit CarServer zur Förderung der Elektromobilität mit E-Test-Days. 

Aktiv weitergeführt wird schließlich die Beteiligung an Motus-E, einem aus Wirtschaftsteilnehmern aus der Industrie, Akteuren der akademischen Welt und Vertretern von Umwelt- und Verbraucherverbänden bestehenden Verband, dessen Ziel es ist, die Entwicklung der Elektromobilität in Italien durch den Dialog mit den Institutionen, die Mitwirkung des Publikums und die Verbreitung von Schulungs- und Informationsprogrammen zu beschleunigen.