Versorgungssicherheit

{ GRI EU2, EU10, EU30, EU4, EU28, EU29 }

Engagement für eine stabile, widerstandsfähige und effiziente Stromversorgung

Alperia führt ständige Überwachungs- und Instandhaltungstätigkeiten durch, um sichere Anlagen zu garantieren, Störungen und Ausfälle für die Abnehmer zu vermeiden und Ineffizienzen sowie Verschwendung von Ressourcen und Energie zu beseitigen.

Versorgung mit grüner Energie

Etwa 90 % des von Alperia erzeugten Stroms stammt aus lokalen Wasserkraftressourcen. Die produzierten Mengen übersteigen den jährlichen Stromverbrauch des Lands, der etwa 3 TWh beträgt. 2020 produzierte Alperia 4.791 GWh aus Wasserkraft und Solarenergie, 222 GWh aus Fernwärme, 47 GWh aus Blockheizkraftwerken und 270 GWh aus Biomasse. Ein Energiemix, der sowohl kurz- als auch langfristig den grünen Charakter des Geschäftsbetriebs von Alperia definiert. Angesichts des zunehmenden Stromverbrauchs (von TERNA erhobene Daten 2008–2019) und ausgehend von der Annahme, dass das durchschnittliche Produktionsvolumen im Lauf der Zeit keinen signifikanten Schwankungen unterworfen ist, sind wir der Meinung, dass die Stromerzeugung aus Alperia-Wasserkraftwerken den Strombedarf in Südtirol bis 2050 decken kann.

energieerzeugung

Sicheres Verteilnetz

Smart Meters, Erdverkabelung und Notfallmanagement

Edyna, das aus der Fusion der beiden Südtiroler Stromverteilungsgesellschaften Etschwerke Netz (AEW) und SELNET hervorgegangene Unternehmen, ist die Alperia-Tochtergesellschaft, die sich mit der Lieferung von Strom in Südtirol und mit der Erdgasverteilung in vier Gemeinden befasst.
Das Unternehmen verwaltet ein Stromverteilungsnetz von 8.951 km Länge, wobei 72 % der Leitungen unterirdisch verlegt sind (+2 % im Vergleich zu 2019). Es versorgt 96 Gemeinden (von insgesamt 116) und verteilt 2,7 TWh Strom an mehr als 235.000 Abnehmer. Edyna besitzt folgende Leitungen:

  • Niederspannung: 5.264 km – davon 79 % unterirdisch verlegt
  • Mittelspannung: 3.427 km – davon 67 % unterirdisch verlegt
  • Hochspannung: 260 km – davon 8 % unterirdisch verlegt

mit

  • 37 HS-/MS-Umspannwerken
  • 4.131 HS-/MS-Trafokabinen
  • 45 MS-Verteilkabinen

Mittels des Fernüberwachungszentrums Bozen überwacht Edyna die Strom- und Gasnetze rund um die Uhr. Bei Störungen greifen sowohl ein Notdienst ein, der rund um die Uhr mit zweisprachigem Personal besetzt ist, das telefonische Meldungen entgegennimmt, als auch Fachkräfte direkt vor Ort.
Alle außerplanmäßigen Unterbrechungen des Verteilnetzes werden im Fernüberwachungszentrum aufgezeichnet. 2020 waren die folgenden Versorgungsunterbrechungen pro Kunde zu verzeichnen:

  • 1,91, mit einer SAIFI-Veränderung (System Average Interruption Frequency Index) von 27% gegenüber 2019 mit einer Dauer von 29,82 Minuten mit einem SAIDI-Index (System Average Duration Index Frequency Index), der sich gegenüber 2019 um 6 % erhöhte.

Die SAIFI- und SAIDI-Werte sind höher als im Jahr 2019, weil es mehr Störungen und Unterbrechungen aufgrund einer Reihe von Arbeiten gab, die in der Stadt Bozen für die Verlegung von MS- und Fernwärme-Leitungen durchgeführt wurden. Mit einer bedachten Planung des Verteilnetzes, einer Erweiterung der ferngesteuerten Anlagen, der Optimierung des Bereitschaftsdienstes und zukünftigen Software-Investitionen rechnen wir damit, dass die SAIDI-/SAIFI-Indikatoren verbessert werden können und den Edyna-Kundinnen und -kunden eine größere Kontinuität des Stromversorgungsdienstes gewährleistet wird.

Die Unterbrechungen werden monatlich bei Besprechungen analysiert, an denen die vier Zonenverantwortlichen (Zone Ost, Zone West, Zone Zentrum, Zone Süd) und die Verantwortlichen des technischen Bereichs und der Netzführung teilnehmen. Ziel dieser Besprechungen ist es, die Leitungen, an denen die meisten Probleme auftreten, sowie die entsprechenden Ursachen zu identifizieren und Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen. Diese Maßnahmen umfassen: die Erdverlegung von Stromleitungen (derzeit 72 %), die Vereinheitlichung des Mittel- und Hochspannungsnetzes in Leifers, die Fernsteuerung von Trafokabinen (im Jahr 2020 wurden 113 Trafokabinen und zwei Masttrennschalter, die bereits in Betrieb waren oder neu gebaut wurden, ferngesteuert), die Modernisierung der Infrastrukturen und die Installation weiterer Umspannwerke zur Weiterführung der Hoch- und Mittelspannungsverbindungen. Geplant ist ferner der stufenweise Übergang der Netzführung von isoliertem Nullleiter zu Petersenspulen zur Erdschlusskompensation.

Um Notfälle noch effizienter zu bewältigen, unterzeichnete Alperia auch ein Einvernehmensprotokoll mit dem Zivilschutz, mit dem es Arbeitsgruppen bildete und gemeinschaftliche Übungen durchführte. 2020 wurde insbesondere das Kommunikationssystem mit dem Zivilschutz verbessert, und im September wurde eine Simulation eines Stromausfalls durchgeführt – auch dank der Zusammenarbeit mit dem nationalen Betreiber TERNA, den Stadtwerken Bruneck, Alperia GreenPower, lokalen Stromversorgungsunternehmen und dem Polytechnikum Mailand –, um die Fähigkeit von Edyna zu überprüfen, in Notfällen schnell zu reagieren. An dem in Italien einmaligen Experiment waren die Wasserkraftwerke in Lappach und Bruneck beteiligt. Tatsächlich hatte im November 2019 ein wetterbedingter Stromausfall den Unternehmen in der Zone erhebliche Schäden verursacht, deren Produktionstätigkeit unterbrochen wurde. Die im September entwickelte und getestete Lösung soll verhindern, dass dies noch einmal passiert. Tatsächlich konnte aufgrund der bei den Versuchen gewonnenen Erkenntnisse ein totaler Stromausfall in der Umgebung von Bruneck vermieden werden, selbst bei den starken Schneefällen Anfang Dezember 2020. Die Inselstromversorgung erwies sich als effektive Lösung bei Unterbrechungen der Stromleitungen nach Cadore und Brixen. Darüber hinaus werden zur weiteren Stärkung des Netzes neue strategische Investitionen hinsichtlich der Leitungen getätigt. Energiesicherheit ist grundlegend, sowohl für die Bevölkerung als auch, um die Effizienz der Produktionsprozesse von Unternehmen zu gewährleisten. Sie ist also ein entscheidender Faktor für die Wertschöpfung im Territorium.

Und nicht nur das: Im Jahr 2020 traf sich Edyna auch mit den Gemeinden, die vor Kurzem unter extremen Wetterphänomenen zu leiden hatten (z. B. dem Sturm Vaia), um zu erläutern, wie das Unternehmen bei erneuten Notfällen einzugreifen gedenkt.

Die Sorge um die Anlagen- und Versorgungssicherheit bedeutete im Jahr 2020 auch, dass Sondermaßnahmen ergriffen werden mussten, um die Ausbreitung von Covid-19-Infektionen einzudämmen. Edyna befolgte die Maßnahmen, die das Emergency Board von Alperia für das Management der Pandemie festgelegt hatte, und veranlasste einen Schichtwechsel der Arbeitskräfte, welcher das Zusammentreffen verschiedener Gruppen so weit wie möglich einschränkte, sodass Kontakte umgehend verfolgt werden konnten. Allen Arbeitskräften wurden persönliche Schutzausrüstungen übergeben, und denjenigen, in deren Familie Covid-19-Fälle aufgetreten waren, wurde die Möglichkeit gewährt, vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz einen kostenlosen PCR-Test zu machen. Darüber hinaus wurde die Entlohnung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eine Zeit lang die Lohnausgleichskasse in Anspruch nehmen mussten, nicht gekürzt, da Alperia den wirtschaftlichen Teil vollständig ergänzte.

Edyna setzt sich jedoch auch dafür ein, das Management des Energieverbrauchs zu modernisieren. In diesem Rahmen werden die Zähler der alten Generation durch modernere Geräte, die sogenannten Smart Meter, ersetzt, die eine detaillierte und aktualisierte Anzeige der Verbrauchskurve ermöglichen. Mit den neuen Zählern lässt sich auch feststellen, wie viel Strom die einzelnen Haushaltsgeräte verbrauchen, was eine wichtige Entwicklung im Smart-Home-Bereich darstellt.

Darüber hinaus trägt Edyna zur Entwicklung von intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) bei, um Produktion, Speicherung, Netz und Verbrauch mit einem einzigen System zu verwalten, und nimmt hierzu am europäischen Projekt Flexigrid teil. Ziel ist es, den Betrieb des Verteilnetzes durch die Entwicklung von vier Hardware- und vier Softwarelösungen flexibler und kosteneffizienter zu gestalten. Die verschiedenen Lösungen sind in einer einzigen Open-Source-Plattform enthalten, dank derer ihre Interoperabilität mit den von den Wirtschaftsteilnehmern in der Energiebranche genutzten IT-Systemen sichergestellt wird. Im Rahmen des Projekts wurden acht Fallstudien definiert. An einer davon sind Südtirol und Edyna beteiligt.

Ebenfalls mit Blick auf Innovationen setzte Edyna 2020 die Weiterentwicklung der Plattform „Edyna Smart“ fort, mit welcher der Verbrauch in vier Bereichen überwacht wird:

  • Smart Water: zum Sammeln von Regenwasser für die Bewässerung, zur Messung des Wasserdurchflusses und zur Erfassung der Bodenfeuchtigkeit sowie zur intelligenten Bewässerung auf der Grundlage von Wettervorhersagen und/oder eingegangenen Wetterdaten;
  • Smart Vehicle: intelligentes Parksystem mit Angabe der freien Plätze, Zählung der geparkten Fahrzeuge, Parksystem für Fahrräder und Motorräder sowie Ladesäulen;
  • Smart Lighting: intelligentes Beleuchtungssystem mit Erfassungssensoren;
  • Smart Access: System zur automatischen Zugangs-/Zufahrtserfassung.

Ein weiteres Anwendungsfeld, „Smart Waste“, das sich dem intelligenten Abfallmanagement widmet, wird ebenfalls untersucht. Nach Abschluss der Entwicklungsphase wird die Plattform auf dem Markt angeboten, um das bessere Management von Energieressourcen zu fördern.
Schließlich ist Edyna auch als Vermittlerin zwischen der Autonomen Provinz Bozen, den Südtiroler Gemeinden und TERNA tätig und nimmt an Round-Table-Diskussionen teil, bei denen sie die Anliegen des Territoriums einbringt.

Schneefälle an Weihnachten

Um die Verfügbarkeit von Strom auch bei extremen Wetterereignissen zu gewährleisten, führten Edyna und der Zivilschutz einen Test durch, mit dem ein kompletter Stromausfall simuliert wurde. Dies war sehr hilfreich, vor allem während der starken Schneefälle am Jahresende. Viele Freileitungen wurden schwer beschädigt und über 2.000 Abnehmer hatten keinen Strom. Insbesondere im Pustertal konnte dank des Alperia-Greenpower-Kraftwerks in Bruneck ein Stromausfall für Zehntausende von Abnehmern verhindert werden. Der Schaden an den TERNA-Hochspannungsleitungen führte zu einem Strommangel in den Umspannwerken Bruneck und Toblach. Dank der beiden Kraftwerke konnten jedoch Unannehmlichkeiten für die Bevölkerung vermieden werden.

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, eine sichere und effiziente Energieversorgung zu garantieren.

Operative Ziele2020 durchgeführte Maßnahmen2020 geplante
Maßnahmen
(Neue)
Fristen
KPIZielwertWert Jahr 2020Status
Investitionen von 400 Mio. Euro über 5 Jahre in das KerngeschäftInvestitionen zur Verbesserung der Anlagenleistung in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und EffizienzInvestitionen in Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagenleistung in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz2017–2021Investitionen (EUR)400 Mio.125,2 Mio.Laufend
Investitionen von 400 Mio. Euro über 5 Jahre in das KerngeschäftKraftwerk TÖLL; aufgeschoben auf 2021–2022Bau eines Mini-Wasserkraftwerks zur Nutzung der Restwassermenge in Töll und zur Potenzierung der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen2018–2021--Laufend
Den Verfügbarkeitsindex der Wasserkraftwerke auf 88 % erhöhenDie Instandhaltung programmieren und planen, um unsere Anlagen sicherer zu gestalten, und dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Umweltauswirkungen und Produktionsoptimierung achten2024Verfügbarkeitsindex der Wasserkraftwerke (%)8888,88 
Ausbau des Fernwärmenetzes in BozenErweiterung der Anschlüsse und des Netzes in BozenWeiterführung des Netzausbaus in Bozen Anzahl der Tauscher291 (Bozen)/2.300 (Südtirol) 
~100 MW neue Wärmeleistung, die an unser Fernwärmenetz angeschlossen wird2020–2024Angeschlossene Leistung [Anstieg 2020–2024] (MW)100Laufend
Reduzierung der UnterbrechungsdauerjährlichSAIDI (Minuten)29,82 
Reduzierung der UnterbrechungsdauerVerbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der NetzstabilitätVerbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der StabilitätjährlichSAIDI-Hochspannung (Minuten)2811,29
Reduzierung der Unterbrechungsdauer* Fernsteuerung von 113 Trafokabinen und 2 Masttrennschaltern, die bereits in Betrieb waren oder neu gebaut wurden (Daten zum 9. Dezember 2020)Vorbereitung für den Jahresplan der 2021 fernzusteuernden Trafokabinen und TrennschalterjährlichSAIDI- Mittlere Spannung (Minuten)4526,15
Reduzierung der UnterbrechungsdauerStufenweiser Übergang der Netzführung von isoliertem Nullleiter zu Petersenspulen zur ErdschlusskompensationjährlichSAIDI- Nieder Spannung (Minuten)6847,44
Reduzierung der StromausfällejährlichSAIFI (Unterbrechungshäufigkeit je Abnehmer)1,91 
Reduzierung der StromausfälleDie 4 Zonen verfügen über Details zu allen Inspektionen und Baumschnitten, die im Jahr 2020 am Verteilernetz durchgeführt wurdenProgramm zur Inspektion und Baumschnitt an den FreileitungenjährlichHohe SAIFI-Hochspannung (Unterbrechungshäufigkeit je Abnehmer)1,20,76
Reduzierung der StromausfälleDie 4 Zonen verfügen über Details aller Arbeiten, die im Jahr 2020 am Mittelspannungsverteilungsnetz durchgeführt wurden.Ersatz von Freileitungen durch unterirdisch verlegte Leitungen und Realisierung neuer HS- und MS-AnschlüssejährlichSAIFI Mittlere Spannung (Unterbrechungshäufigkeit je Abnehmer)2,251,47
Reduzierung der StromausfälleUntersuchung des MS-Verteilungsnetzes für die Ausdehnung der FNC-Automatisierung auf die Umspannwerke, an denen die Petersenspule in Betrieb genommen wurdeAusdehnung der FNC-Automatisierung auf die MS-Leitungen; Installation in verschiedenen Trafokabinen von Zellen mit Leistungsschalter DY 800 mit SchutzjährlichNiederspannung SAIFI (Unterbrechungshäufigkeit je Abnehmer)4,33,21