Versorgungssicherheit

{ GRI EU2, EU10, EU30, EU4, EU28, EU29 }

Ein verantwortungsvolles Management der Infrastrukturen bedeutet nicht nur, Fehler, Störungen und Unterbrechungen für die Nutzer zu vermeiden, sondern auch eine ineffiziente Nutzung von Ressourcen und Energie zu beseitigen. Daher ist Alperia Tag für Tag bestrebt, seine Anlagen mit kontinuierlichen Überwachungs- und Instandhaltungstätigkeiten und einem strukturierten Investitionsplan widerstandsfähiger zu machen.

Risikomanagement

RisikoManagementmethode
Risiko, auf Klimaveränderungen langfristig nicht oder nicht angemessen regieren zu können, mit potenzieller Variabilität der Nachfrage der verschiedenen Stakeholder angesichts unterschiedlicher Wetterszenarien (z. B. Erweiterung des Heizungsnetzes trotz Klimaerwärmung).Wir möchten für die prognostizierten Klimaveränderungen gerüstet sein und diversifizieren deshalb unser Portfolio.
Risiko unangemessener Investitionen in Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagenleistungen in Hinblick auf deren Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz.Zur Verbesserung der Anlagen in Hinblick auf deren Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz haben wir Investitionen von 400 Mio. Euro über 5 Jahre in das Kerngeschäft geplant (Strategieplan 2017-2021) und erweitern das Fernwärmenetz in Bozen und Meran.
Risiko potenzieller Störungen/Unterbrechungen bei der Verteilung von Strom, Gas und Fernwärme aufgrund:
  • nicht angemessener Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden durch Elementarereignisse;
  • nicht angemessener Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten sowie einer nicht angemessenen Planung von neuen Anschlüssen.
Um das Risiko potenzieller Störungen bei der Stromverteilung zu vermeiden und sowohl die Häufigkeit von Stromausfällen als auch deren Dauer zu reduzieren, haben wir ein Portal für Unternehmen eingerichtet, auf dem diese sich registrieren und danach den Verlauf der unterirdischen Leitungen einsehen können. Was Elementarereignisse betrifft, haben wir dagegen Versicherungen abgeschlossen.
Risiko potenzieller Störungen/Unterbrechungen bei der Stromverteilung aufgrund:
  • nicht angemessener Infrastrukturen des Stromnetzes (in Bezug auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Effizienz);
  • eines nicht angemessenen Automationsniveaus (z. B. Erfassung von Fehlern und Störungen);
  • einer nicht angemessenen Planung von neuen Anschlüssen.
Um die Servicequalität und die Modernisierung der Netzinfrastruktur zu verbessern, haben wir die stufenweise Erdverlegung der Leitungen vorgesehen, damit eine erhöhte Stabilität der Verteilungsinfrastruktur gewährleistet wird.
Risiko nicht angemessener Maßnahmen zur Erweiterung der Anschlüsse an das Fernwärmenetz in Bozen mit potenziellen Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit.Wir sind gerade dabei, das Fernwärmenetz sowohl in Meran als auch in Bozen zu erweitern, und haben auch unsere Tochteresellschaft Edyna daran angeschlossen.

Versorgung mit grüner Energie

Alperia betreibt 34 Kraftwerke und beliefert ganz Südtirol mit nachhaltigem Strom. Circa 90 % des Stroms wird aus örtlicher Wasserkraft gewonnen, dabei übersteigen die erzeugten Mengen sogar den jährlichen Strombedarf des Landesgebiets. Der durchschnittliche Jahresverbrauch an Strom in Südtirol beträgt circa 3 TWh. 2019 erzeugte Alperia 4.044 GWh Strom aus Wasserkraft, circa 2 % mehr als im Vorjahr. 

Daneben produzierte Alperia 22 GWh mit Fotovoltaikanlagen, 47 GWh durch Kraftwärmekopplung (2018 waren es 53 GWh) und 260 GWh durch Biomasse (2018 waren es 221 GWh). Angesichts des zunehmenden Stromverbrauchs (von Terna erhobene Daten 2008–2017) und ausgehend von der Annahme, dass das durchschnittliche Produktionsvolumen im Lauf der Zeit keinen signifikanten Schwankungen unterworfen ist, sind wir der Meinung, dass die Stromerzeugung aus Alperia-Wasserkraftwerken den Strombedarf in Südtirol bis 2050 decken kann.

energieerzeugung

Sicheres Verteilnetz

Alperia betreibt über die Tochtergesellschaft Edyna einen Großteil des Stromnetzes in Südtirol sowie ein 113 km langes Erdgasnetz in 4 Gemeinden. Insbesondere:

8.736

km Stromverteilleitungen, 71% davon unterirdisch verlegt

181

km mehr unterirdische Leitungen

96

Gemeinden von insgesamt 116 Gemeinden werden versorgt

2,6 TWh

Strom werden in Südtirol verteilt

233.335

Kunden sind an das Alperia-Stromnetz angebunden

Niederspannungsnetz5.169 km (+1%)
Mittelspannungsnetz3.315 km
Hochspannungsnetz252 km
Hochspannung Transmission70 km
Primärkabinen HV/MV37
Sekundärkabinen MV/NV4.121
Verteilerkabinen MV46

Edyna ersetzt die Zähler der alten Generation durch Smart Meter, die in der Lage sind, den Verbrauch genauer zu erfassen und mit anderen Technologien zu kommunizieren, und somit ein neues Level bei der Entwicklung des Smart-Home-Bereichs darstellen. Der neue Zähler bietet die Möglichkeit, sich die Stromverbrauchskurve des Haushalts anzeigen zu lassen, die jede Viertelstunde aktualisiert wird, sowie durch den Anschluss an andere Technologien und Vorrichtungen neue Funktionen zu aktivieren, mit denen der Verbrauch detailliert überwacht werden kann. Auf diese Weise kann auch festgestellt werden, wie viel Strom die einzelnen Elektrohaushaltsgeräte verbrauchen. Das ist jedoch noch nicht alles, denn die alten Zähler werden nach dem Austausch nicht einfach als Abfälle entsorgt, sondern zu 96 % recycelt – aus dem Kunststoff von 18 ausgetauschten Zählern entsteht ein neuer Stuhl. Auch dies beweist, welch hohen Stellenwert Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in unserer Tätigkeit einnehmen. 

Mit Edyna arbeitet Alperia zudem an der Entwicklung von intelligenten Netzen oder Smart Grids, die das Management von Produktion, Speicherung, Netz und Verbrauch mit einem einzigen System ermöglichen. Das mit der im Bereich digitale Energie führenden Gesellschaft Regalgrid Europe S.r.l. entwickelte Projekt beinhaltet die Bereitstellung einer Plattform, die dem Nutzer erweiterte Funktionen für die Überwachung, Optimierung und das Echtzeitmanagement von selbst erzeugter und verbrauchter Energie bietet, sowohl auf Ebene des einzelnen Nutzers als auch auf der der Gemeinschaft. Dieser Weg wird auch im europäischen Projekt FlexiGrid weiterentwickelt, dessen Ziel es ist, unter Nutzung von digitalen Techniken, Smart Grids, IoT und Blockchains eine transparente Plattform für das Management von Daten bereitzustellen und dem Betreiber in Echtzeit Informationen über den Zustand des Netzes zu übermitteln, sodass die Netzabläufe optimiert werden können und die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Stabilität des Angebots über das ganze Stromnetz des TSO (Transport System Operator) und DSO (Distribution System Operator) gewährleistet werden. 

An seinem Standort implementiert Edyna zudem gerade Edyna Smart, eine Plattform, mit welcher der Verbrauch in verschiedenen Bereichen überwacht und verwaltet werden kann, wie:

  • Smart Water: zum Sammeln von Regenwasser für die Bewässerung, zur Messung des Wasserdurchflusses und zur Erfassung der Bodenfeuchtigkeit sowie zur intelligenten Bewässerung auf der Grundlage von Wettervorhersagen und/oder eingegangenen Wetterdaten;
  • Smart Vehicle: intelligentes Parksystem am Edyna-Standort mit Angabe der freien Plätze, Zählung der geparkten Fahrzeuge, Parksystem für Fahrräder und Motorräder sowie Ladesäulen;
  • Smart Lighting: intelligentes Beleuchtungssystem mit Erfassungssensoren;
  • Smart Access: System zur automatischen Zugangs-/Zufahrtserfassung. 

Nach Abschluss der Entwicklungsphase wird das System auf dem Markt angeboten, um das bessere Management von Energieressourcen zu fördern.

Strategisches Ziel: Wir sind bestrebt, eine sichere und effiziente Energieversorgung zu garantieren.

Operative Ziele2019 durchgeführte
Maßnahmen
2019 geplante
Maßnahmen
(Neue)
Fristen
KPIZielwertWert 2019

Ausbau des Fernwärmenetzes in Bozen
Verbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der NetzstabilitätAusbau des Fernwärmenetzes in Bozen2017-2021
(laufend)
Anzahl der Tauscher 256
(Bozen)
2.250
(Südtirol)

Reduzierung der Unterbrechungsdauer
Verbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der Netzstabilität* Verbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der Stabilität2020
(laufend)
SAIDI (Minuten) 28,07

Reduzierung der Unterbrechungsdauer
Verbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der Netzstabilität* Verbesserung der Servicequalität und Modernisierung der Infrastrukturen zur Optimierung der Stabilität2020
(laufend)
Hohe SAIDI-Konzentration (Minuten)283,99

Reduzierung der Unterbrechungsdauer
Inbetriebnahme einer neuen Primärkabine am Brenner sowie neuer Schaltfelder an den Stationen in Reschen und St. Walburg. 92 Trafostationen wurden zudem mit einer Fernsteuerung versehen.* Fernüberwachung von bereits in Betrieb befindlichen und neu gebauten Trafostationen2020
(laufend)
Mittlere SAIDI-Konzentration (Minuten)4521,51

Reduzierung der Unterbrechungsdauer
Inbetriebnahme von Petersenspulen in Kardaun, an der Station in Reschen und Potenzierung der Spulen in Toblach* Stufenweiser Übergang der Netzführung von isoliertem Nullleiter zu Petersenspulen zur Erdschlusskompensation2020
(laufend)
Niedrige SAIDI-Konzentration (Minuten)6852,63

Reduzierung der Stromausfälle
untenunten2020
(laufend)
SAIFI (Unterbrechungshäufigkeit je Nutzer) 1,51

Reduzierung der Stromausfälle
Durchführung von 31 Baumschnitt-Maßnahmen (auf einer Strecke von 20,35 km) und 55 Leitungsinspektionen* Programm für Inspektion und Baumschnitt an den Freileitungen2020
(laufend)
Hohe SAIFI-Konzentration (Unterbrechungshäufigkeit je Nutzer)1,20,17

Reduzierung der Stromausfälle
Austausch der ungeschützten Freileitungen auf einer Länge von 76 km durch unterirdisch verlegte MS-Leitungen, Verlegung von 2 neuen HS-Leitungen am Umspannwerk Brenner* Ersatz von Freileitungen durch unterirdisch verlegte Leitungen und Realisierung neuer HS- und MS-Anschlüsse2020
(laufend)
Mittlere SAIFI-Konzentration (Unterbrechungshäufigkeit je Nutzer)2,251,14

Reduzierung der Stromausfälle
Verwendung von spiralförmig gewickelten Kabelsträngen auf 2 km* Realisierung neuer automatischer Einrichtungen am Netz für eine optimierte Selektivität der Störungen2020
(laufend)
Niedrige SAIFI-Konzentration (Unterbrechungshäufigkeit je Nutzer)4,32,89