Überwachung und Verantwortung

Mit einer Netzleitstelle in Bozen überwacht Edyna die Strom- und Gasnetze 24 Stunden am Tag und gewährleistet damit einen sicheren und qualitativ hochwertigen Vertrieb.

Edyna betreibt diese Netze und greift bei Störungen mit einem rund um die Uhr verfügbaren Bereitschaftsdienst ein: Zweisprachiges Personal nimmt telefonische Meldungen entgegen, und Experten beheben umgehend etwaige Störungen. Alle nicht geplanten Unterbrechungen im Verteilnetz werden in der Netzleitstelle registriert und bei monatlichen Besprechungen analysiert. Dabei kommen die vier Zonenleiter (Zone Ost, Zone West, Zone Zentrum, Zone Süd) sowie die Verantwortlichen des technischen Bereichs und für die Netzführung zusammen, um zunächst die sog. Worst Lines, d. h. die Leitungen mit den häufigsten Problemen, und die Ursachen der Unterbrechungen zu identifizieren. Im Jahr 2019 wurden pro Kunde 1,51 Versorgungsunterbrechungen verzeichnet, mit einer SAIFI-Veränderung (Frequency of interruptions per customer) von -12 % gegenüber 2018, mit einer Dauer von 28,07 Minuten mit einer SAIDI-Erhöhung (Power outage duration per customer) von 3 % gegenüber 2018. Mit einer bedachten Planung des Verteilnetzes, einer Erweiterung der ferngesteuerten Anlagen, der Optimierung des Bereitschaftsdienstes und zukünftigen Software-Investitionen können die SAIDI-SAIFI-Indikatoren aufrechterhalten und auch verbessert werden, was für die Edyna-Kunden eine größere Kontinuität der Stromversorgung bedeutet. 

Anzahl der Versorgungsunterbrechungen pro Kunde

Anzahl der Versorgungsunterbrechungen pro Kunde

Zur Eingrenzung von Ineffizienzen hat Edyna: 

  • die Qualität des Verteildienstes verbessert und die Netzinfrastrukturen modernisiert;
  • die Fernüberwachung von 92 bereits in Betrieb befindlichen und neu gebauten Trafostationen eingeleitet;
  • die Hoch- und Mittelspannungsanschlüsse mit der Installation von 3 Umspannwerken weitergeführt;
  • das Mittel- und Hochspannungsnetz in Leifers vereinheitlicht;
  • die unterirdische Verlegung der Stromleitungen weitergeführt (gegenwärtig verlaufen 71 % des Netzes unterirdisch), um die Umweltbelastung zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit des Netzes zu verbessern. Die aktuellen Zahlen von Edyna betragen:
    • Edyna-Niederspannung: 5.169 km – davon 78 % unterirdisch verlegt;
    • Edyna-Mittelspannung: 3.315 km – davon 65 % unterirdisch verlegt;
    • Edyna-Hochspannung: 252 km – davon 8 % unterirdisch verlegt. 

Dauer der Versorgungsunterbrechungen pro Kunde (in Minuten)

Dauer der Versorgungsunterbrechungen pro Kunde

Im August musste Edyna auf eine Versorgungsunterbrechung reagieren. Grund dafür war ein Blitzschlag, der 2 Hochspannungsleitungen in Bozen Süd außer Betrieb setzte, was zu einem Stromausfall in den Gemeinden Bozen, Leifers, Eppan, Siebeneich, Vilpian, Terlan, Andrian, Nals, Burgstall, Gargazon, Lana, Tisens, Prissian, Ritten, Jenesien und Karneid im Eisacktal führte. Edyna nahm Kontakt mit der Einsatzzentrale von Terna, dem Betreiber des nationalen Stromleitungsnetzes, auf und stellte die Versorgung in allen betroffenen Zonen in einem Zeitraum von 4–6 Minuten wieder her.

Um in Zukunft ein noch effizienteres Notfallmanagement zu garantieren, unterzeichnete Alperia eine Vereinbarung mit dem Zivilschutz. Ziel ist es, ein stabiles und widerstandsfähiges Kommunikationssystem einzuleiten.

nevicata del novembre 2019

Schneefall im November

Im November 2019 kam es zu starken Schneefällen in Südtirol, in deren Folge viele Bürger von Versorgungsstörungen betroffen waren.

Die meisten Schwierigkeiten gab es im Pustertal, im Gadertal, in Gröden, im Eisacktal und im Eggental, wo angesichts der hohen Zahl an unterbrochenen Stromleitungen auch der Notstand ausgerufen wurde.

Insgesamt waren 57 Mittelspannungsleitungen von einer oder mehreren Störungen betroffen.

Der Höhepunkt wurde am 13. und 16. November erreicht, als gleichzeitig 25.000 Nutzer keinen Strom hatten. Edyna griff mit eigenem Personal und mit Arbeitskräften von Drittunternehmen ein, die entweder vertraglich gebunden waren und/oder eigens aufgrund des Notfalls beauftragt wurden, sowie mit Unternehmen der angrenzenden Provinzen.

Bei den Maßnahmen wurden provisorische Stromgeneratoren installiert, um die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Die meisten Edyna-Nutzer konnten innerhalb von 6 Tagen wieder mit Strom versorgt werden.

Kapazitätsmarkt

Bei den von Terna geführten Versteigerungen stellt Alperia gegen eine Vergütung von insgesamt 90,4 Mio. Euro der Stabilität des nationalen Stromsystems die Produktionskapazität von einigen seiner Wasserkraftwerke zur Verfügung. Für 2022 erhielt Alperia den Zuschlag für 557 MW und für 2023 für 614 MW sowie für 46 MW für Werke, die komplett erneuert werden; deren Prämie beträgt für 15 Jahre 51,7 Mio. Euro.

Ziel des Kapazitätsmarkts ist es, die Kosten des nationalen Stromsystems beim Management von Spitzenlasten zu senken und das Risiko von auch vorübergehenden Stromausfällen zu verringern. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung schätzt, dass die geringeren Kosten auf den Märkten für das italienische Stromsystem durch die Einführung des Kapazitätsmarkts circa 3,35 Mrd. Euro betragen. Ohne die Einführung des Kapazitätsmarkts kann dem Ministerium zufolge die Stilllegung der noch in Betrieb befindlichen Kohlekraftwerke, die für 2025 geplant ist, nicht erfolgen, und das geplante weitere Wachstum der Nutzung von erneuerbaren Quellen kann nicht unterstützt werden. Alperia kann mit denselben Werken weiterhin am Dispatching-Markt mit einer weiteren Vergütung durch den Stromvertrieb teilnehmen. Somit ist Alperia in der Lage, einen erheblichen Beitrag zum Management der sicheren Dekarbonisierung im Einklang mit dem nationalen Energie- und Klimaplan (PNIEC) zu leisten.

Daraus ergeben sich auch Vorteile für die Alperia Gruppe, u. a. in Bezug auf die geringere Volatilität der Margen bei der Wasserkraftproduktion, die stets durch Risiken aufgrund der Niederschläge und Marktpreise gefährdet sind.