Integrierte Strategie

2020 integrierte Alperia die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) in seinem neuen Industrieplan, zu deren Erreichung das Unternehmen mit seinen Tätigkeiten beitragen möchte. Dies ist ein wichtiger Schritt nach vorn und eine entschiedene Haltung zum Thema Nachhaltigkeit, das bei der Gruppe schon immer im Mittelpunkt stand. Nicht umsonst trägt der neue Strategieplan, der von 2020 bis 2024 läuft, die Bezeichnung „One Vision“, womit der Wunsch nach einer ganzheitlichen Vision, in der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielt, unterstrichen wird.

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Unser „One Vision“-Strategieplan

Aufsichtsrat und Vorstand von Alperia verabschiedeten „One Vision 2020–2024“, den Alperia-Strategieplan, der die Gruppe bis 2024 begleitet und Nachhaltigkeitsziele mit einem signifikanten Wachstum aller Business Units verbindet. 2020 erwies sich als maßgebliches Jahr für den Energiesektor, in dem die ganze Welt dazu gedrängt wurde, in puncto Nachhaltigkeit und Innovation an Tempo zuzulegen. Aus diesem Grund basieren die neuen Säulen der Alperia Gruppe auf Regionalität und Nachhaltigkeit, mit dem Wunsch, in die Zukunft zu blicken und Kundenorientierung und Innovation in den Mittelpunkt zu stellen.

Alperia beabsichtigt, vor allem drei Trends zu verfolgen:

Kundenorientierung

Covid-19 beschleunigte die bereits vonstattengehende Veränderung des In-Kontakt-Tretens mit dem Kundenstamm, führte erneut die Bedeutung des digitalen Kanals vor Augen und erneuerte die Herangehensweise, was den physischen Kanal betrifft. Deswegen führt Alperia, das sich gegenüber den Auswirkungen der Pandemie als widerstandsfähig erwiesen hat, neue Geschäftsmodelle für den Kundenkontakt über neue digitale Kanäle ein. Insgesamt übersteigen die Mittel für Innovation, Digitalisierung und Geschäftsentwicklung für alle BUs der Gruppe 680 Mio. Euro. Der Digitalisierungsplan, der mehr als 50 Mio. Euro an Investitionen verschlingen wird, umfasst insbesondere die vollständige Migration aller betrieblichen Rechenzentren in die Cloud und die Digitalisierung aller Prozesse. Ein unverwechselbares Angebot, das zum Schlüsselfaktor für die Gewinnung und Bindung von Kundinnen und Kunden auch außerhalb der Region wird, mit einer klaren Zielsetzung: bis 2024 das Ziel 1 Mio. Kundinnen und Kunden zu erreichen. Stets im Bereich Innovation werden die Initiativen der Alperia Startup Factory weitergeführt, die bereits zum dritten Mal veranstaltet wird. Evaluiert wird auch die Aufnahme einer Venture-Capital-Maßnahme zur zusätzlichen Unterstützung des Wachstums von Start-up-Unternehmen. Was schließlich den Bereich Wasserkraft betrifft, wird die Innovationstätigkeit auch mittels des Joint Venture mit Hydrodata vorangetrieben, das vor Kurzem in Alperia Innoveering umbenannt wurde und die Einführung neuer Lösungen in Bezug auf IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain, Industrie 4.0 usw. in den Wasserkraftwerken der Gruppe ermöglicht.

Regionale Zusammenschlüsse

Alperia hat das Potenzial, ein regionaler Spitzenreiter zu werden. Deswegen evaluiert das Unternehmen neue Wachstumschancen und Partnerschaften insbesondere im Nordosten Italiens und stellt hierfür seine innovative Dienstleistungsplattform zur Verfügung, die auf skalierbaren Geschäftsmodellen basiert, die an die Bedürfnisse der Territorien und zukünftigen Partner angepasst werden können.

Energiewende

Die Energiewende ist ein Thema, das nicht länger aufgeschoben werden kann, und Alperia ist sich bewusst, wie wichtig die nächsten Jahre sind, um viele Energieverbrauchsgewohnheiten zu überdenken. Zentral dabei ist auch die Nutzung der beträchtlichen Mittel, welche die Europäische Kommission und die nationale Regierung zu diesem Zweck bereitstellen wollen. Ein wesentliches Ziel unserer ganzheitlichen Geschäftsstrategie ist es, ein zentraler Partner für unsere Stakeholder zu werden, um die Energiewende voranzutreiben, ein Thema, das durch Covid-19 noch dringlicher geworden ist. Deswegen haben wir beschlossen, 80 % der im Rahmen des Plans vorgesehenen Investitionen zur Erfüllung von mindestens zehn UN-Nachhaltigkeitszielen zu verwenden, wobei eine Mission Priorität hat: die Klimaneutralität der Alperia Gruppe bis 2024, wodurch ein wesentlicher Beitrag zu den Zielen des Klimaplans Energie Südtirol 2050 geleistet wird und über 303 kt CO₂-Äquivalente vermieden werden. Diese Ziele sollen mit den folgenden strategischen Schritten bis 2024 erreicht werden:

  • Reduzierung der von Alperia erzeugten Emissionen durch
    • die Implementierung neuer Technologien (z. B. die Umstellung einiger bestehender Anlagen auf Biomasse, den neuen Sitz in Meran, der nach höchsten ökologischen Standards gebaut wird, die Entwicklung von Energieeffizienzprojekten innerhalb von Alperia);
    • die Kompensation der verbleibenden betrieblichen Emissionen (Scope 1 und 2) durch Klimaschutzprojekte.
  • Verkauf von grünen Produkten und Dienstleistungen:
    • 86 % unserer Haushaltskundinnen und -kunden werden mit Ökostrom und 45 % mit Ökogas versorgt.
    • Unsere neuen Haushaltskundinnen und -kunden werden mit 100 % Ökostrom und -gas versorgt.
    • ~100 MW neue Wärmeleistung, die an unser Fernwärmenetz angeschlossen wird. 
  • Erweiterung der Smart Region durch
    • die Förderung der Entwicklung von Elektromobilität und grünem Wasserstoff auf dem Staatsgebiet;
    • den Einsatz von energieeffizienteren Technologien für unsere Kundinnen und Kunden (Steigerung der Gebäudeeffizienz, Photovoltaikanlagen, Sensortechnik in der Landwirtschaft).

Der neue Industrieplan sieht für die nächsten 5 Jahre Investitionen in Höhe von 1,7 Mrd. Euro vor, die sich größtenteils auf Fragen der Umweltnachhaltigkeit konzentrieren. Insbesondere ist für jede Business Unit Folgendes vorgesehen:

BU Produktion

Dabei handelt es sich um die führende Business Unit der Gruppe in Bezug auf Margen und investiertes Kapital.

Sie steht für die Stärke des aktuellen Leistungsspektrums des Unternehmens. Alperia ist der drittgrößte Wasserkrafterzeuger Italiens (nach Enel und A2A) mit 39 Kraftwerken für über 1.400 MW Leistung.

  • Im Jahr 2024 laufen 8 Konzessionen für große Wasserableitungen für insgesamt 440 MW aus. „One Vision 2020–24“ setzt die folgenden Prioritäten:
  • Taskforce für die Erneuerung der acht nachhaltigkeitspolitischen Konzessionen (an der auch die Fachleute der kürzlich erfolgten Übernahme von Hydrodata AG beteiligt sein werden);
  • Investition für die Erneuerung der Druckleitungen in Laas und St. Pankraz;
  • Komplettsanierung der Kraftwerke in Kardaun, Brixen, Laas und Lana;
  • Bestätigung des Kapazitätsmarkts auch für 2024;
  • Wachstum aufgrund neuer Wasserkraftwerke infolge der neuen Ausschreibungen der Konzessionen für große Wasserableitungen 2024;
  • Gesamtinvestitionen von 310 Mio. Euro.

Das Alperia-Stromverteilungsnetz umfasst mehr als 8.900 km (Hoch-, Mittel- und Niederspannung) mit einer Verteilung von 2,7 TWh in Südtirol. Edyna, die Verteilungsgesellschaft der Gruppe, ist der fünftgrößte nationale Verteiler und einer der vier Betreiber, die als erste die neue Zählergeneration in Italien einführen werden.

Insbesondere ist gemäß „One Vision“ für die BU Folgendes vorgesehen:

  • Installation von mehr als 260.000 Zählern der neuen Generation, davon 20.000 Zähler für andere lokale Verteiler;
  • kontinuierliche Investitionen, um die Widerstandsfähigkeit des Netzes zu gewährleisten und die Qualität und Kontinuität der Stromversorgung zu erhöhen;
  • Ausbau und Integration des Netzes in Bozen und Meran;
  • Bau von neuen wichtigen Primärwerken und neuen Mittelspannungshauptleitungen;
  • Zuwachs an Gasnetzen;
  • Zuwachs an Dienstleistungen für andere Netzbetreiber des Territoriums;
  • Investitionen von über 360 Mio. Euro.

BU Verkauf und Trading

Alperia führt neue Geschäftsmodelle für den Kundenkontakt über digitale Kanäle ein und überdenkt die Rolle der physischen Kanäle.

Insbesondere ist gemäß „One Vision“ Folgendes vorgesehen:

  • bedeutendes Wachstum des Kundenstamms sowohl aufgrund organischen Wachstums als auch aufgrund des Wachstums durch Akquisitionen;
  • Entwicklung eines Omnichannel-Netzwerks und Fortsetzung der territorialen Stärkung;
  • neue Full-Digital-Initiative mit anspruchsvollen Neukundengewinnungszielen;
  • Entwicklung des Asset-Management-Portfolios für Drittanlagen;
  • Entwicklung von zusätzlichen Trading- und Demand-Response-Dienstleistungen;
  • Investitionen von über 290 Mio. Euro.

BU Wärme und Services

Alperia betreibt sechs Fernheizwerke in Südtirol, u. a. die Werke in den Städten Bozen und Meran.

Der Aufbau eines Netzes von über 125 km Länge garantiert die Versorgung mit einem Viertel der in Südtirol erzeugten Wärmeenergie. Alperia Ecoplus ist auf gesamtstaatlicher Ebene der fünftgrößte Anbieter mit einer Produktion und Verteilung von zirka 217 GWht.

Die strategischen Prioritäten für die BU konzentrieren sich auf Folgendes:

  •  den Ausbau der Fernwärme in Bozen weiterführen;
  • den Energiemix in Meran verbessern;
  • drei neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Bozen bauen;
  • andere Betreiber von Fernheizwerken konsolidieren;
  • eine Kühlanlage in Bozen bauen;
  • Investitionen von über 85 Mio. Euro.

BU Smart Region

Smart Region fördert eine Reihe von Hightech-Initiativen für Städte und Bürger durch eine verstärkte Positionierung in den Bereichen Kondominien, öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen und Smart Services für Bürger und Städte.

In der Entwicklung begriffen sind interessante Initiativen für ein Spitzenangebot, das den Markttrends gerecht wird. Die Förderleistungen für die Steigerung der Energieeffizienz von Privathaushalten (z. B. Superbonus) führten bereits zu wichtigen Marktrenditen mit einem signifikanten Wachstum des Chancenspektrums, in dessen Rahmen die Konzerngesellschaften Alperia Bartucci und die Gruppe Green Power eine wesentliche Rolle spielen. Ebenfalls relevant und wichtig ist die Rolle von Neogy, dem nach öffentlichen Ladestellen zweitgrößten Anbieter im Bereich Elektromobilität auf gesamtstaatlicher Ebene.

Die BU konzentriert sich insbesondere auf folgende Initiativen:

  • Gebäudeeffizienz (auch durch Wärmedämmverbundsysteme);
  • Ausbau der Photovoltaik in Privathaushalten;
  • innovative Lösungen für Energieeffizienz, basierend auf Algorithmen, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz;
  • Weiterführung der Entwicklung von Smart-Health-, Smart-Land- und Smart-City-Lösungen;
  • Entwicklung von Energieeffizienz- und Facility-Management-Lösungen auch für die öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen durch strategische Partnerschaften;
  • Weiterführung der Entwicklung nachhaltiger Mobilität (elektrisch und mit Wasserstoff) sowohl zur Gestaltung der Infrastruktur des Territoriums als auch für die Schaffung innovativer Vertriebslösungen;
  • Gesamtinvestitionen von mehr als 700 Mio. Euro (davon zirka 500 Mio. Euro in Verbindung mit dem Superbonus).